Schlafexperiment

Schlaflose Bienen sind schlechtere Informanten

Stört man die Ruhe der Insekten, fallen ihre Tänze weniger präzise aus.

Austin. Die Beobachtungen erinnerten die Forscher an Menschen unter Schlafentzug: Im Schlaf gestörte Bienen tanzen schlechter und berichten ihren Artgenossen damit weniger korrekt über die Lage nahrhafter Blüten. Das berichtet eine Gruppe um Barrett Klein von der University of Texas in Austin. Auch um den Schlaf gebrachte Menschen kommunizieren ungenau und fehlerhaft. Solche Schwierigkeiten seien nun erstmals bei Insekten beschrieben worden, schreiben die Wissenschaftler in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.

Während es zahlreiche Methoden gibt, Menschen vom Einschlafen abzuhalten, musste ein solches Verfahren für Bienen erst ersonnen werden. Den Tieren wurden schließlich winzige Metallplättchen auf den Rücken geklebt. Wann immer sie fortan gestört werden sollten, strich das Team einen Magneten über die Waben, was die Bienen dank ihres metallenen Rucksacks durchschüttelte. Diese Prozedur wurde mehrfach während der normalen Schlafzeit der Insekten vorgenommen.

Im Anschluss daran beobachtete Klein den typischen Schwänzeltanz der vom Schlaf abgehaltenen Bienen, mit denen sie nach der Rückkehr im Bau signalisieren, wo sich gute Nahrungsquellen befinden. "Der Tanz war nicht unbedingt falsch, aber er war weniger präzise als Tänze von Bienen, die nicht gestört wurden", erklärt Klein. "Wir glauben, dass ein weniger präziser Tanz auch weniger Bienen dazu bringt, zu der angegebenen Futterquelle zu fliegen, und wollen das in weiteren Experimenten klären."