GJ 1214b ist in Wasserdampf gehüllt

Foto: dpa / Eso/SEP

Astronomen untersuchten Atmosphäre einer fernen "Supererde"

Göttingen. Ein deutsch-amerikanisches Astronomenteam hat erstmals die Atmosphäre eines erdähnlichen Planeten bei einem anderen Stern durchleuchtet. Demnach besitzt der ferne Planet viel Wasserdampf in seiner Atmosphäre, könnte sogar in dichte Wolken gehüllt sein, schreiben die Forscher im Fachjournal "Nature".

Der Planet mit der Katalognummer GJ 1214b umkreist eine rote Zwergsonne im Sternbild Schlangenträger. Das 2009 entdeckte System gehört zu unserer kosmischen Nachbarschaft und ist rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. GJ 1214b gilt als sogenannte Supererde: Sein Durchmesser ist etwa 2,6-mal größer als der der Erde. Die Forscher hatten verschiedene Vorstellungen von dem Exoplaneten: Er könnte ein Gesteinsplanet wie die Erde sein, auf dem vielleicht sogar Wasser fließt. Oder der Trabant ähnelt einer kleinen Ausgabe des Gasplaneten Neptun mit einer wasserstoffreichen Atmosphäre.

In der Europäischen Südsternwarte (Eso) spähten die Astronomen um Jacob Bean von der Universität Göttingen und dem Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik in die Atmosphäre der Supererde. Das ist möglich, weil sie von der Erde aus gesehen alle 38 Stunden genau vor ihrem Mutterstern vorbeizieht. Ein kleiner Teil des Sternenlichts durchleuchtet dann die Atmosphäre des Planeten. Bei der Analyse konnten die Astronomen keinen Wasserstoff entdecken. Das spricht dafür, dass die Atmosphäre von Wasserdampf dominiert wird. Bei Temperaturen von vermutlich 200 Grad Celsius ist Leben dort eher unwahrscheinlich.