Unterwasserkunst lässt Korallen sprießen

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Cancun. "Wachst, Korallen, wachst!", scheint dieses Mädchen zu denken. Es posiert im "Unterwasser-Kunstmuseum" in den Gewässern vor dem mexikanischen Seebad Cancun, wo heute der Uno-Klimagipfel startet. Das lebensgroße, nach einem natürlichen Vorbild geschaffene Betonkunstwerk ist eine von 400 Skulpturen, die der britische Künstler Jason de Caires Taylor zur Installation "The silent evolution" (die stille Entwicklung) auf den Meeresgrund stellte.

Taylor will mit dieser und drei weiteren Installationen auf die Bedrohungen natürlicher Korallenriffe aufmerksam machen und gleichzeitig zu ihrem Schutz beitragen. Denn die Unterwasserkunstwerke werden, so sein Kalkül, Taucher und Schnorchler anziehen und sie damit von den natürlichen Korallengärten, die auch unter zu hohen Besucherzahlen leiden, fernhalten. Zudem wurde der Beton so angemischt, dass er eine ideale Grundlage zur Ansiedlung neuer Korallenstöcke bildet, um dem Trend des Korallensterbens etwas entgegenzusetzen. "Wissenschaftler sagen, dass wir 80 Prozent der Korallenriffe bis 2050 verlieren, wenn die heutige Verlustrate anhält", warnt Taylor. Eine der größten Bedrohungen für die Riffe ist der Klimawandel.