Marderhunde erobern Niedersachsen

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Hannover. Der Marderhund scheint sich in Niedersachsen immer stärker zu vermehren. Darauf lässt die weiterhin steigende Zahl der geschossenen Tiere schließen. Nach dem jetzt veröffentlichten Landesjagdbericht wurden im Jagdjahr 2009 insgesamt 1077 Exemplare des nachtaktiven Einwanderers erlegt, 120 mehr als der bisherige Rekord in 2008. Die meisten Tiere (213) wurden im Landkreis Lüchow-Dannenberg getötet, gefolgt von Lüneburg (154), Uelzen (128), Harburg (96), Gifhorn (95) und Celle (58).

Der allesfressende, um die 70 Zentimeter große und sechs bis acht Kilogramm schwere Marderhund stammt aus Asien. Die natürlichen Verbreitungsgebiete des auch Enok genannten Tieres sind Südost-Sibirien, China, Korea und Vietnam. Vor gut 50 Jahren wurden im europäischen Teil der damaligen Sowjetunion Tausende Marderhunde ausgewildert. Sie haben sich schnell auch nach Westen ausgebreitet. In Deutschland haben die den Waschbären sehr ähnlichen Tiere keine natürlichen Feinde. Seit Ende der 1990er-Jahre dürfen sie bejagt werden.