Zwei von drei Amerikanern sind übergewichtig - Tendenz steigend

Cambridge. Schon heute ist mehr als jeder dritte US-Amerikaner fettleibig, und in den kommenden Jahren wird die Zahl der Dicken weiter wachsen. Erst wenn mindestens 42 Prozent der US-Bürger extrem übergewichtig sind, ist der Höhepunkt der "Fettsucht-Epidemie" erreicht, wie Forscher der Harvard-Universität in Cambridge (US-Staat Massachusetts) errechnet haben. Noch bis zum Jahr 2050 kann die Zahl fettleibiger Menschen in den USA demnach zunehmen.

Die Forscher hatten 40 Jahre zurückreichende Studiendaten ausgewertet. 1971 fielen 14 Prozent dieser Probanden in die Kategorie "fettsüchtig": Sie hatten einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder darüber. In den vergangenen fünf Jahren waren es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde bereits 34 Prozent der Bevölkerung. Weitere 34 Prozent zählen mit einem BMI zwischen 25 und unter 30 als übergewichtig.

Die Hoffnungen einiger Experten, dass damit der Höhepunkt der Epidemie erreicht sei, stützen die Ergebnisse nicht. Allerdings werde sich die Fettsucht in den kommenden Jahren langsamer ausbreiten als in der Vergangenheit. Bis der Höhepunkt erreicht sei, könne es noch 40 Jahre dauern.

Als einen der Hauptgründe für die rasante Ausbreitung der Fettsucht nennen die Forscher "soziale Ansteckung": Wer demnach als Normalgewichtiger Kontakte zu fünf fettleibigen Menschen hat, trägt ein doppelt so hohes Risiko, selbst fettleibig zu werden, wie jemand, der keine extrem dicken Freunde hat. Daneben sei die leichte Verfügbarkeit von ungesunden Lebensmitteln und der bequeme, überwiegend sitzende Lebensstil sowie die Schwierigkeit, einmal gesammelte Pfunde wieder loszuwerden, wichtige Gründe.

( (dpa) )