Treibhausgas aus dem Tropenwald

Mini-Feuchtgebiete in den Blättern von Pflanzen produzieren Methan

Göttingen/London. Aus Mini-Feuchtgebieten in den Blättern bestimmter Pflanzen werden in den tropischen Wäldern Ecuadors große Mengen Methan freigesetzt. Das Treibhausgas wird von winzigen Einzellern gebildet, die in den Pflanzenteichen leben, berichten deutsche und französische Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience". Sie haben damit eine Quelle für die bisher unerklärlich hohen Methankonzentrationen gefunden, die über den tropischen Wäldern der Region gemessen werden.

Etwa 40 Prozent des gesamten Methangehalts in der Atmosphäre wird aus Feuchtgebieten der Erde wie etwa dem Amazonasbecken emittiert. Über den Wäldern der Neotropen - also der tropischen Region Zentral- und Südamerikas, Mexikos und der Karibik - werden regelmäßig hohe Methankonzentrationen gemessen, die nicht allein durch bekannte Quellen erklärt werden können. Forscher der Universität Göttingen machten sich nun in den tropischen Bäumen selbst auf die Suche nach dem Ursprung des Methans. Sie nahmen dazu sogenannte Trichterbromelien genauer unter die Lupe - Pflanzen, die als Aufsitzerpflanzen auf den Ästen der tropischen Bäume wachsen. Die Blätter der Bromelien formen einen Trichter, in dem sich Wasser und abgestorbene Blätter sammeln.

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