Uno-Konferenz

Wem gehören die Naturschätze?

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Uno-Konferenz berät über verbesserten Schutz und gerechtere Nutzung der biologischen Vielfalt

Nagoya. Heute beginnt der Uno-Gipfel zur Biologischen Vielfalt im japanischen Nagoya. 193 Mitgliedstaaten der Konvention (Convention on Biological Diversity, CBD) werden bis zum 29. Oktober über einen besseren Umgang mit dem Naturreichtum des Planeten beraten. Einen Schwerpunkt bildet das sogenannte ABS-Protokoll (Access and Benefit Sharing), das den Zugang zu natürlichen Ressourcen in Entwicklungsländern und die gerechte Verteilung der daraus entstehenden Gewinne regeln soll.

Beispiel Teufelskralle (Harpagophytum procumbens). Die Pflanze wächst in den Trockengebieten von Namibia, Botswana und Südafrika und wird seit Jahrhunderten von Buschmann-Völkern als Heilmittel genutzt. Sie verwerten die getrocknete Knolle, die längst auch in Europa zu den wichtigsten Naturarzneien zählt.

Da das Wissen um die heilenden Wirkungen von verschiedenen Unternehmen längst genutzt wurde, bevor die CBD 1993 in Kraft trat, werden die Herkunftsländer an den Erlösen kaum beteiligt. Die große Nachfrage führte dazu, dass die Pflanze zu stark gesammelt wurde. Zudem schränken Patentanträge auf einige Extraktionsverfahren die ursprüngliche Nutzung durch die Buschmänner ein.

Ein rechtlich bindendes Protokoll müsse solche "Bio-Piraterie" beenden, die ABS-Abkommen dringend beschlossen werden, fordert der Umweltverband WWF zum Konferenzstart. "Wenn es gelingen soll, mit südamerikanischen oder afrikanischen Ländern, die über enorme Naturschätze verfügen, einen Rettungsplan für die Biosphäre durchzusetzen, muss man die Menschen an den wirtschaftlichen Gewinnen aus diesem Reichtum ihrer Länder beteiligen", betont Günter Mitlacher vom WWF.

Ein strategischer Plan der Konvention hatte bislang das Ziel, bis 2010 die gegenwärtige Verlustrate von Tier- und Pflanzenarten, Lebensräumen und genetischer Vielfalt deutlich zu senken. Dieses Ziel wurde deutlich verfehlt. In Nagoya soll sich die Weltgemeinschaft nun neue Ziele bis zum Jahr 2020 setzen. Dabei gehe es, so der WWF, "nicht allein um den Schutz faszinierender Tiere und Pflanzen, sondern um handfeste wirtschaftliche Interessen und das Überleben vieler Menschen".