Datennetz

US-Forscher arbeiten an neuem Internet-Modell

Foto: National Science Foundation

National Science Foundation lässt Netzarchitektur bis 2020 umkonstruieren

Arlington. Die National Science Foundation (NSF) der USA hat bei führenden Universitäten und Forschungseinrichtungen ein Bündel von Entwicklungen in Auftrag gegeben, um die Architektur des Internets, dessen Grundlagen aus den 60er-Jahren stammen, bis zum Jahr 2020 von Grund auf neu zu gestalten. Die Projektarbeit beginnt am 1. Oktober und läuft bis September 2013. Die NSF, eine Einrichtung der US-Regierung zur Forschungsförderung, finanziert die Projekte mit 30 Millionen Dollar.

Daten sollen über den Inhalt, nicht über den Speicherort erkannt werden

Für das Netz im Jahr 2020 hebt die Behörde vier Kernprobleme besonders heraus, deren Lösung das Internet in den nächsten zehn Jahren komplett umkrempeln werde. So arbeitet die Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) an der Erstellung und Verteilung von Inhalten im Internet. Im herkömmlichen IP-System werden Daten anhand ihres Speicherorts identifiziert. Heutige Anwender und Applikationen sehen ihr Ziel aber im Dateninhalt. Anstatt über ihre Adresse sollen Daten daher über ihren Inhalt identifiziert werden - der Zugriff auf Daten würde so viel schneller und käme mit weniger Rechner-Ressourcen aus.

Unter Federführung der Rutgers-Universität in New Jersey beschäftigen sich zehn Hochschulen und mehrere kommerzielle Partner mit "Mobility First", der optimalen Unterstützung von mobilen Nutzern und ihren Anwendungen. Das Team will eine neue Architektur vorschlagen, die den physischen Ort eines laufenden Programms mit einbezieht und automatische Interaktionen zwischen Mobilgeräten ohne Zutun des Besitzers unterstützt.

Für die Entwicklung wurde extra ein eigenes Testnetz eingerichtet

Hinter dem Projektnamen Nebula verbirgt sich die Forschung an Cloud-Computing-Problemen. Die University of Pennsylvania und Entwickler des Netzwerkkonzerns Cisco untersuchen Sicherheit und Schutz persönlicher Daten in global verteilten Systemen.

Beim vierten großen Teilbereich, eXpressive Internet Architecture (XIA) an der Universität Carnegie Mellon, geht es darum, Daten anhand ihres Inhalts zu identifizieren und gleichzeitig beim Auffinden eines Dokuments seine Sicherheit zu überprüfen.

Alle beteiligten Forscher arbeiten innerhalb des Netzwerklabors GENI, eines komplett neu gestalteten, riesigen Testnetzes.