Ausgrabungen

Troja größer als gedacht

Foto: Gebhard Bieg, Universität Tübingen / Universität Tübingen

Tübinger Archäologen zeichnen den bronzezeitlichen Plan der mythenumwobenen Stadt neu.

Tübingen. Das griechische Troja erstreckte sich in der Bronzezeit offenbar weiter als bisher bekannt. Wissenschaftler der Universität Tübingen haben eine Toranlage aus der Zeit vor 1300 v. Chr. 300 Meter von der bisher bekannten Burganlage entfernt entdeckt, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Mauerreste, ein Ofen, Vorratsgruben, Wege und andere Befunde zeigten zudem, dass das Gelände bereits ab etwa 1700 v. Chr. bewohnt war. Dies sei nicht in so großer Entfernung von der Burg erwartet worden.

An den Ausgrabungen des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen nahmen von Juli bis September 2010 mehr als 40 Wissenschaftler aus acht Ländern teil. Die Universität führt bereits seit 1988 Grabungen und Forschungen in Troja durch.

Troja wurde durch die "Ilias" des Dichters Homer zu einer mythenumwobenen Stadt. Die ersten Ausgrabungen fanden bereits 1863 statt. Der bekannteste Archäologe war der Deutsche Heinrich Schliemann, der 1871 das homerische Troja fand.