Malaria ging vom Gorilla auf den Menschen über

Foto: AP / DAPD

Wann und wie das Überspringen des Erregers stattfand, ist noch unklar

Birmingham. Bisher vermuteten Forscher, dass der Malaria-Erreger von Schimpansen auf den Menschen gewechselt hat. Doch nach Genanalysen der Affenvarianten des Erregers kommen Forscher jetzt zu dem Schluss: Der Gorilla war es, nicht der Schimpanse.

Anfang 2010 wurde der Auslöser der gefährlichen Malaria tropica (Plasmodium falciparum) auch bei Gorillas nachgewiesen. Nun berichten Beatrice Hahn und Kollegen im britischen Wissenschaftsblatt "Nature", dass sie den Ursprung der menschlichen Malaria bei Gorillas gefunden haben.

Die Forscher von der Universität von Alabama in Birmingham (USA) untersuchten fast 3000 Proben von Affenfäkalien. Sie stammten von Schimpansen, zwei Gorilla-Arten und Bonobos. Hahn und Kollegen wiesen Malaria bei den Schimpansen sowie den Westlichen Gorillas nach. Sie zählten dabei neun Arten von Plasmodien (einzelligen Parasiten), deren Erbgut sie unter die Lupe nahmen. Dabei fanden sie heraus, dass die derzeit bekannten Gensequenzen von Plasmodium falciparum fast identisch mit einer Variante von Gorillaparasiten waren. Die Forscher vermuten nun, dass ein einmaliges Ereignis das Überspringen des Erregers von Gorillas auf den Menschen ermöglicht hat.

Unklar sei, wann dies stattgefunden habe und ob die Primaten immer noch eine Quelle für Malaria-Infektionen beim Menschen darstellen.