DDR-Tierseucheninstitut soll "Sicherheitsrisiko" gewesen sein

Riems. Aus dem DDR-Tierseucheninstitut auf der Insel Riems sind in den 1980er-Jahren mehrfach Abwässer in den Greifswalder Bodden geflossen. Wie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegende Dokumente erstmals belegen, konstatierte das Ministerium für Staatssicherheit wiederholt ein "erhebliches Risiko hinsichtlich einer möglichen Tierseuchenerregerverschleppung". 1982 untersuchten Experten der Akademie der Landwirtschaften unter anderem einen Zusammenhang zwischen dem Ausbruch der hochinfektiösen Maul- und Klauenseuche auf Rügen und der defekten Abwasserdesinfektionsanlage im Friedrich-Loeffler-Institut, wo an hochgefährlichen Erregern geforscht wurde. Das vom Virologen Friedrich Loeffler gegründete Institut feiert in drei Wochen 100-jähriges Bestehen. Derzeit entsteht für rund 300 Millionen Euro ein neuer Forschungskomplex mit Hochsicherheitslaboren und -ställen.