Museum für Naturkunde wird 200 Jahre alt

Foto: Museum für Naturkunde Berlin

Sonderausstellung feiert bis Ende Februar das "Gedächtnis des Lebens"

Berlin. "Ich sehe unsere riesigen Sammlungen nicht als totes Archiv, sondern als ein Gedächtnis des Lebens, das wir uns als Datengrundlage für die Zukunft nutzbar machen müssen." Das sagt Prof. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums. Mit einer fast sechsmonatigen Jubiläumsausstellung, die heute öffnet, feiert es 200-jähriges Bestehen.

Umweltschutz, Artensterben, Klimawandel: Groß ist die Palette der Herausforderungen, für deren Bewältigung die rund 30 Millionen Sammlungsobjekte vom Tiefseefisch bis zum Zitronenfalter wertvolle Daten liefern. Die internationalen Forscher, die dieses Füllhorn nutzen, arbeiten zugleich in enger Vernetzung mit anderen großen Naturkundemuseen. Dieses Expertenwissen, das auch mittels Sammlungsstücken aus imperialer Zeit erworben werde, müsse in die Gesellschaft getragen werden, so Leinfelder.

Der imposante Bau aus dem 19. Jahrhundert war im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört worden und versprühte danach eher verstaubten Charme. Zahlreiche Umbauten machen seinem Weltrang wieder alle Ehre: Modernisierte Ausstellungskonzepte, die etwa Zeitreisen durch das Universum erlauben, Sonderschauen wie "Tiefsee" und "Darwins Reise zur Erkenntnis" begeistern das Publikum. Es gibt Filmnächte über Meeresungeheuer, Klassikkonzerte unter Sauriern und nächtliche Museumsführungen per Taschenlampe. Mehr als eine halbe Million Besucher kommen jedes Jahr. Die frühere U-Bahnstation Zinnowitzer Straße heißt heute Naturkundemuseum und macht Berlinern wie Touristen Lust auf eine Visite bei Dinos und Sternenstaub.