Weltraumforschung

Suche nach Leben auf dem Mars kann neu beginnen

Studie weist fehlerhafte Behandlung von Bodenproben in alten Untersuchungen nach

Washington. Die Suche nach Leben auf dem Mars ist einer Studie zufolge etwas aussichtsreicher geworden. Die Wahrscheinlichkeit sei gestiegen, dass es organisches Material auf dem Planeten gebe, heißt es in einer Untersuchung der Universität Autónoma von Mexiko, auf die die US-Raumfahrtbehörde Nasa jetzt hinwies. Damit könnte die Kernvoraussetzung für Leben erfüllt sein. Die Forscher hätten herausgefunden, dass Untersuchungen von Bodenproben auf dem Mars vor 34 Jahren fehlerhaft waren. Damals führte die Sonde "Viking 1" dort biologische Experimente durch, die keinen Nachweis von Lebensspuren erbrachten.

1976 wusste man noch nichts von der Existenz des Perchlorats im Marsboden

Die Forscher stellten die Tests von damals jetzt an Gestein aus der Atacama-Wüste von Chile nach, das dem Marsboden sehr ähnlich ist. Ihre Analysen hätten gezeigt, dass die "Viking" das in den Bodenproben vorhandene organische Material damals zerstört haben müsste, sagte Studienleiter Rafael Navarro-González. 1976 habe man nichts von der Existenz des Perchlorat-Salzes im Marsboden gewusst, die erst vor zwei Jahren nachgewiesen wurde. Dieser giftige Stoff sei damals von der "Viking" zu stark erhitzt worden und habe alle Lebensspuren vernichtet.

"Das sagt zwar noch nichts über die Frage aus, ob es jemals Leben auf dem Mars gab, aber es könnte einen großen Unterschied machen, wie wir künftig nach Beweisen dafür suchen", sagte Nasa-Wissenschaftler Chris McKay, Ko-Autor der im Fachblatt "Geophysical Research - Planets" veröffentlichten Studie. Nachdem bereits Wasser auf dem Mars gefunden wurde, muss man sich bei der Suche nach Leben voll auf organisches Material konzentrieren, sagte Navarro-González.

Der Leiter des Viking-Experimentes hält die neuesten Erkenntnisse laut der "New York Times" für zweifelhaft. Es sei hoch spekulativ, dass in den damals untersuchten Bodenproben tatsächlich Perchlorat enthalten gewesen sei, sagte Klaus Biemann, pensionierter Professor vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).