Delfine pusten ihr Erbgut ins Reagenzglas

Neue Methode zur Probengewinnung macht den Einsatz von Pfeilen überflüssig

Brisbane. Wer vor der nicht alltäglichen Aufgabe steht, Erbgutproben von Walen und Delfinen zu sammeln, muss künftig nicht mehr unbedingt einen kleinen Pfeil auf die Tiere schießen. Auch die ausgeatmete Atemluft der Säuger (genannt Blas) enthält ein paar Zellen, die für die Analyse reichen. Das berichten Forscher um Céline Frère von der School of Veterinary Sciences an der University of Queensland im australischen Brisbane.

Das Team hatte mit Großen Tümmlern gearbeitet, die in Gefangenschaft leben. Diese Meeressäuger kommen weltweit vor. Wer ihre DNA haben möchte, schießt bislang kleine Pfeile mit einer Kanüle ins Tier und zieht sie anschließend wieder heraus. Diese Biopsie liefert Zellen für die genetische Analyse. Die Methode ist indes nicht unumstritten, erklärt Frère im Journal "PLoS One". Für kleine Tiere eignet sie sich wegen der Verletzungsgefahr nicht, zudem gebe es Bedenken von Ethikkommissionen gegen diese Art der Probengewinnung, auch bei größeren Tieren. Daher sei eine andere Methode wünschenswert.

Dazu hielt das Team große sterile Reagenzgläser mit der Öffnung nach unten in den nach oben schießenden Blas der Tiere. Aus dem Kondenswasser isolierten die Forscher die Erbsubstanz der wenigen darin enthaltenen Zellen. Diese wurde mit zusätzlich genommenen Blutproben des jeweiligen Delfins verglichen. Die Übereinstimmung war in allen Fällen sehr gut, heißt es in dem Journal.

( (dpa) )