Astronomie

Wie entstand der Riesen-Magnetar?

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Sternleiche gibt Rätsel auf. Theorie der Schwarzen Löcher muss überdacht werden

Milton Keynes. Ein kosmischer Supermagnet verblüfft Astronomen: Die magnetische Sternleiche, die jetzt untersucht wurde, muss von einer Riesensonne stammen, die eigentlich zu einem Schwarzen Loch hätte zusammenstürzen sollen. Die Beobachtung kollidiert mit der gängigen Vorstellung, wie Schwarze Löcher entstehen, schreiben die Forscher im Fachjournal "Astronomy & Astrophysics".

Die Astronomen um Ben Ritchie von der britischen Open University in Milton Keynes hatten mit dem "Very Large Telescope" der Europäischen Südsternwarte in den chilenischen Anden den 16 000 Lichtjahre entfernten Supersternhaufen Westerlund 1 am Südhimmel untersucht. Er enthält neben Hunderten Riesensonnen auch ein sehr seltenes Objekt: einen sogenannten Magnetar. Magnetare sind extrem stark magnetische Sternleichen und bilden eine neue Klasse astronomischer Objekte, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde. Ihr Magnetfeld ist eine Billiarde Mal stärker als das der Erde.

In der Milchstraßen-Galaxie sind erst wenige Magnetare bekannt

Magnetare gehören zu den Neutronensternen, den Überresten ausgebrannter Riesensonnen. Zu ihrer genauen Entstehung gibt es aber noch keine allgemein akzeptierte Theorie. In unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, sind erst eine Handvoll Magnetare bekannt. Die Forscher wollten wissen, wie massereich der Vorläuferstern des Westerlund-1-Magnetars war.

Die Astronomen schätzen den Vorläufer auf mindestens 35- bis 40-mal so massereich wie unsere Sonne. Sterne mit mehr als 25 Sonnenmassen sollten jedoch nach der gängigen Vorstellung am Ende ihrer Existenz zu einem Schwarzen Loch zusammenstürzen. Der Magnetar-Vorläufer muss daher auf irgendeine Weise rund 90 Prozent seiner Masse verloren haben, noch bevor er als Supernova explodiert ist.

"Es stellt sich daher die schwierige Frage, wie viel Masse ein Stern überhaupt haben muss, um schließlich zu einem Schwarzen Loch zusammenzustürzen, wenn dies nicht einmal Sternen mit mehr als 40 Sonnenmassen gelingt", betont Koautor Norbert Langer von der Universität Bonn.

Schwarzes Loch

Quelle: eso.org / ESO/Digitized Sky Survey 2/P. Crowther/L. Calçada