Klimawandel begünstigt gerade die giftigen Blaualgen

Konstanz. Dass der Klimawandel tendenziell Blaualgen (Cyanobakterien) fördern wird, ist bekannt - Konstanzer Forscher beschreiben die wahrscheinliche Entwicklung nun detaillierter: Bei steigenden Wassertemperaturen nimmt zwar die Artenzahl der Cyanobakterien ab, gleichzeitig produzieren die verbliebenen Arten aber mehr giftige Stoffe.

Regelmäßig müssen im Sommer Badegewässer wegen Blaualgenblüten gesperrt werden. Das Team um Prof. Daniel Dietrich von der Universität Konstanz hilft Gemeinden bei der Blaualgenbekämpfung und hat nun in die wärmere Zukunft geblickt. Dazu setzten die Forscher Blaualgenproben aus der Arktis und Antarktis, wo die Organismen in bis zu einem halben Meter dicken Matten wachsen, Temperaturen von null, vier, acht, 16 und 24 Grad aus.

Folge: Einige Arten starben bei höheren Temperaturen ab, andere legten zu. "Eine Erwärmung von zwei bis drei Grad würde einen Selektionsdruck zugunsten toxischer Blaualgenarten erzeugen", stellten die Forscher fest. Denn ausgerechnet giftige Cyanobakterien konnten sich bei höheren Temperaturen besser halten als ungiftige oder haben durch das wärmere Wasser einen Wachstumsschub erfahren.