Raumfahrt

Erster Kosmonaut soll 2020 den Mond betreten

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Die Raumfahrtagentur Roskomos hatte in letzter Zeit viele Rückschläge zu verschmerzen. Dennoch strebt sie motivierte Pläne an.

Moskau. Die Russen wollen es tun: Einen Vertreter ihres Landes auf den Mond schicken. Erstmals soll 2020 ein russischer Kosmonaut den Erdtrabanten betreten und dort den Aufbau einer bewohnbaren Basis vorbereiten. Zuvor werden zwei russische Raumsonden auf dem Mond landen, wie der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau, Wladimir Popowkin, am Donnerstag dem Radiosender Echo Moskwy sagte. Von Rückschlägen wie dem Verlust der Marsmond-Sonde „Phobos-Grunt“ im Januar wolle sich die russische Raumfahrt nicht aufhalten lassen. „Die Forschung ist reif, den Mond zu nutzen.“

Das spektakuläre Isolationsexperiment Mars500 soll an Bord der Internationalen Raumstation ISS wiederholt werden, betonte der Roskosmos-Chef. „Wir verhandeln bereits mit der US-Behörde Nasa und der Europäischen Raumfahrtagentur Esa über einen solchen Versuch in rund 350 Kilometern Höhe über der Erde“, sagte Popowkin. Bei der Studie Mars500 hatten sechs Männer 2010/11 insgesamt 520 Tage lang in einem nachgebauten Raumschiff in Moskau einen Mars-Flug simuliert.

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Nächster bemannter Flug zur ISS erst am 15. Mai

Drei Raumfahrer können wegen einer undichten Sojus-Landekapsel erst am 15. Mai und damit rund sechs Wochen später als geplant zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Darauf habe sich die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit der US-Behörde Nasa geeinigt, sagte Alexej Krasnow, der Chef des Roskosmos-Programms für bemannte Raumflüge, am Donnerstag der Agentur Interfax in Moskau.

Die Raumfahrer sollen mit einer neuen Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben. Der Start der russischen Kosmonauten Gennadi Padalka und Sergej Rewin sowie des US-Astronauten Joseph Acaba war ursprünglich für den 30. März vorgesehen.

Drei der sechs Crew-Mitglieder, die derzeit auf der ISS arbeiten, müssten wegen der Panne bis Ende April und damit deutlich länger als geplant auf dem Außenposten der Menschheit bleiben, sagte Krasnow. Roskosmos hatte zuletzt mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen.

Die ISS-Crewmitglieder Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin (beide Russland) sowie Dan Burbank (USA) sollten ursprünglich im März zur Erde zurückkehren. Außer ihnen arbeiten derzeit Oleg Kononenko (Russland), Donald Pettit (USA) und André Kuipers (Niederlande) in rund 350 Kilometern Höhe.

( (dpa) )