Schmallenberg-Virus breitet sich unter Schafen und Rindern aus

Riems/Greifswald. Das für Rinder und Schafe gefährliche Schmallenberg-Virus wird in immer mehr Bundesländern nachgewiesen. Inzwischen seien 47 Betriebe in vier Bundesländern betroffen, sagte Elke Reinking, Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald, gestern. Nach Nordrhein-Westfalen (31 Betriebe), Niedersachsen (zwölf Betriebe) und Hessen (zwei Betriebe) wurden erstmals Krankheitsfälle in zwei Betrieben in Schleswig-Holstein bestätigt. Weitere Verdachtsfälle werden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Schleswig-Holstein noch untersucht.

"Wir nehmen die Entwicklung sehr ernst", sagte Reinking. Derzeit werde die Entwicklung eines Impfstoffes vorbereitet. Das FLI als Bundesinstitut für Tiergesundheit hat inzwischen eine deutschlandweite Meldepflicht für die Krankheit empfohlen. Darüber muss der Bundesrat entscheiden.

Möglicherweise sei die derzeitige Entwicklung nur die Spitze des Eisbergs, so die FLI-Sprecherin. Das Virus wird durch Mücken auf Rinder und Schafe übertragen und führt zu Fehl- und Missgeburten. Die Muttertiere der derzeit geborenen Lämmer und Kälber haben sich nach Angaben des FLI vermutlich bereits im Sommer und Herbst 2011 infiziert. In Nordrhein-Westfalen hätten betroffene Schäfer inzwischen rund 20 Prozent der neugeborenen Lämmer als krank oder tot gemeldet.

Das erstmals in Deutschland im sauerländischen Schmallenberg nachgewiesene Virus stellt kein Risiko für Menschen dar.

( (dpa) )