"Polarstern" startet in die Arktis

Die Wissenschaftler sind dem Klimawandel auf der Spur und untersuchen Tiefseegebiete

Bremerhaven. Rund 120 Wissenschaftler aus sechs Nationen werden bis Oktober in der Arktis den Klimawandel erforschen. Ihr Arbeitsplatz ist der Forschungseisbrecher "Polarstern", der heute in Bremerhaven startet und Kurs auf die Gewässer rund um den Nordpol nimmt.

Auf dem Programm stünden unter anderem Untersuchungen in der Grönlandsee, vor Spitzbergen sowie vor der Küste Kanadas, teilte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) gestern mit.

Einblicke in die Konsequenzen des bisherigen Klimawandels erhoffen sich die Forscher vom ersten Fahrtabschnitt der "Polarstern"-Reise. In der Grönlandsee wollen sie unter anderem untersuchen, wie sich die Verteilung bestimmter Tier- und Algenarten als Folge des Klimawandels verlagert hat.

Auch der zweite Fahrtabschnitt ist Teil eines Langzeitforschungsprogramms des AWI. Vor Spitzbergen beobachten die Wissenschaftler Veränderungen in 1000 bis 5500 Metern Wassertiefe. Dort befindet sich die einzige Tiefwasserverbindung zwischen dem Atlantik und dem Arktischen Ozean. Sie hat eine wichtige Funktion für die weltweiten Meeresströmungen.

Zum Abschluss der Reise nimmt die "Polarstern" Kurs auf die Küste Kanadas. In der Baffin Bay steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich Grönland vom amerikanischen Kontinent getrennt hat. Dieser tiefe Blick in die Erdgeschichte soll zum Verständnis neuerer Prozesse beitragen; er könnte etwa erklären, warum sich Meeresströmungen verändern.