Forschung

Europas Ur-Frauen bevorzugten eingewanderte Bauern

Ein Großteil der europäischen Männer stammt von Bauern ab, die vor etwa 10 000 Jahren aus dem Nahen Osten nach Europa einwanderten. Dies ergab eine genetische Untersuchung des Y-Chromosoms bei mehr als 2500 europäischen Männern, die Forscher um Mark Jobling von der University of Leicester (Großbritannien) vorlegten. Sie vermuten, dass die Frauen der damals in Europa ansässigen Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften die Bauern bevorzugt und so den Siegeszug der Einwanderer unterstützt hatten, berichten sie im Journal "PloS Biology".

Ackerbau und Viehzucht entstanden in der Jungsteinzeit vor etwa 10 000 Jahren im Fruchtbaren Halbmond, dem Norden der arabischen Halbinsel, und breiteten sich von dort gen Westen aus. Bisher war unklar, ob die landwirtschaftliche Lebensweise mit den Bauern westwärts wanderte oder ob nur die Kulturtechniken weitergegeben wurden. Die Untersuchung liefert einen Beleg für die erste These. Die Forscher hatten eine bestimmte Linie des männlichen Y-Chromosoms untersucht, die heute in Europa bei etwa 110 Millionen Männern vorliegt. Sie entstammt einer Quelle im Nahen Osten.