Tiere

Darum mag der Eisvogel keine frostigen und langen Winter

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Obwohl sein Name anderes vermuten lässt, gehört der Eisvogel zu den Vogelarten, die ganz besonders unter dem strengen Winter leiden

Kein Fisch mehr auf dem Speiseplan: Die Eisvögel im Norden warten sehnsüchtig auf den Frühling. "Wenn die Gewässer zugefroren sind, kommen die Vögel nicht an Futter", sagt Wolfgang Mädlow vom Naturschutzbund Brandenburg (Nabu). "Der Eisvogel gehört zu den Vogelarten, die ganz besonders unter dem strengen Winter leiden." Lieblingsspeise der rostrot-blau gefärbten Tiere ist frischer Fisch. "Manchmal nehmen sie auch mit anderem Wassergetier vorlieb." Doch viele Gewässer sind immer noch zugefroren, die Vögel finden kein Fressen. Die Folge: "Viele Eisvögel überleben den harten Winter nicht."

Dennoch sei der Eisvogel auch nach einem langen Winter wie diesem nicht im Bestand bedroht, sagt der Ornithologe. "Eisvögel können die Verluste schnell ausgleichen", erklärt Mädlow. "Sie brüten zwei- bis dreimal im Jahr und bekommen viele Junge." In etwa zwei Jahren habe sich der Bestand wieder erholt und sei so hoch wie vor einem strengen Winter.

Als Beispiel nennt Mädlow den Bestand in Brandenburg: "Nach einem milden Winter sind es eher 1300, nach einem harten Winter an die 700 Paare"- in Hamburg leben um die 50 Paare. Die kleinen Vögel kommen in Deutschland flächendeckend vor, "aber spärlich". Der Vogel ist nach EU-Recht geschützt. Zum Brüten brauchen Eisvögel Steilwände. Doch viele Flüsse sind begradigt, es fehlt an natürlichen Gewässerläufen und Abhängen, "um eine Bruthöhle in den Sand zu graben".

( (dpa) )

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