Rechts, zwei, drei vier

Ein Elefant läuft kraftsparender als der Mensch

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Der Eindruck von Schwerfälligkeit täuscht: Wenn Elefanten sich bewegen, verbrauchen sie nur ein Drittel jener Energie, die der Mensch im Vorwärtsgang aufbringen muss, jedenfalls bezogen auf das jeweilige Körpergewicht. Die Riesentiere benötigen eine Energie von etwa 0,8 Joule je Meter und Kilo Gewicht. Die Bewegungen der Tiere sind sehr ökonomisch, erklärt das Forscherteam von Norman Heglund von der Universität Catholique de Louvain in Belgien in ihrer Studie im "Journal of Experimental Biology" (Bd. 213, Nr. 5).

Die Geheimnisse der Giganten: Sie haben immer zwei Beine auf der Erde, selbst wenn sie sich schnell fortbewegen. Und: Die Schrittfolge ist kleiner und schneller als gedacht. In der Folge bewegt sich der Schwerpunkt der Tiere beim Laufen nur sehr wenig nach oben oder unten, die Beine müssen daher vergleichsweise wenig Last nach oben stemmen.

Im Vergleich zum Menschen ist daher nur ein Drittel der Energie nötig, im Vergleich zur Maus sogar nur ein Dreißigstel. Um die nötigen Daten zu ermitteln, mussten die Wissenschaftler 16 große Platten zum Kraftmessen zusammenfügen, damit sie eine acht Meter lange Laufstrecke erhielten.

Computer und Kameras vervollständigten den Aufbau, der von Belgien ins Elephant Conservation Centre nach Lampang in Thailand transportiert wurde. Die dortigen Mahuts (Elefantenführer) haben ihre 34 Schützlinge so weit im Griff, dass sie auf Kommando und in unterschiedlichem Tempo über die Messstrecke liefen - vom 870-Kilo-Baby bis hin zum Vier-Tonnen-Koloss. Die Geschwindigkeiten reichten von 40 Zentimeter bis fast fünf Meter in der Sekunde. Mit ihren Experimenten wollten die Forscher herausfinden, ob Elefanten bei hohen Geschwindigkeiten "laufen" oder "rennen". Dies erwies sich als schwierig: Der Schwerpunkt blieb fast konstant im gleichen Abstand zum Boden. In einigen Phasen erinnerte die Bewegung an "Rennen", in anderen eher an "Trotten".