Überraschung für Astronomen

"Hubble"-Bilder beweisen: Zwergplanet Pluto errötet

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Das Weltraumteleskop "Hubble" hat ein Geheimnis des Plutos gelüftet. Die jüngsten Aufnahmen zeigen, wie der Planet seine Farbe wechselt.

HamburgWashington. Der Zwergplanet Pluto errötet. Das zeigen die bislang detailliertesten Bilder des Weltraumteleskops "Hubble" von dem Eiszwerg am Rande unseres Sonnensystems. Seit 1994 ist Plutos Norden demnach heller geworden, sein Globus insgesamt erscheint deutlich röter, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa in Washington berichtete. Grund sei vermutlich der Anbruch einer neuen Jahreszeit im 248 Erdenjahre langen Plutojahr. Sein Zyklus der "Jahreszeiten" dauert damit ebenso lang. Wegen der elliptischen Umlaufbahn kann eine "Jahreszeit" bis zu 120 Jahre dauern. Im Norden des Zwergplaneten wird jetzt Sommer. Möglicherweise taue dort das Stickstoff-Eis und friere in den kälteren Plutoregionen wieder.

Die "Hubble"-Bilder zeigen helle, rötliche und dunkle Regionen auf dem fernen Eiszwerg. Die Bilder seien so detailliert, als könne man aus mehr als 60 Kilometern Entfernung das Muster auf einem Fußball erkennen, erläuterte die Nasa. Sie wurden mit einer speziellen Technik aus mehreren "Hubble"-Aufnahmen aus den Jahren 2002 und 2003 errechnet. "Das hat vier Jahre gedauert und 20 Computer kontinuierlich und gleichzeitig beschäftigt", berichtete Forschungsleiter Marc Buie vom Soutwest Research Institute in Boulder (US-Staat Colorado). Das Resultat zeige nun mehr Details als die Einzelaufnahmen.

Die Arbeit belege, dass Pluto nicht nur eine einfache Eis- und Felskugel sei, sondern eine dynamische Welt mit saisonalen Veränderungen der Atmosphäre. Die Gesamtfärbung sei vermutlich der Zersetzung von Methan durch ultraviolette Sonnenstrahlung geschuldet, was einen sirupfarbigen, kohlenstoffreichen Rest zurücklasse. Auf besonderes Interesse stößt ein unerwartet heller Fleck, der ungewöhnlich reich an gefrorenem Kohlenmonoxid ist. "Alle sind überrascht von diesem Befund", berichtete Buie. 2015 wird die Nasa- Sonde "New Horizons" diese Region genauer untersuchen. Bis dahin bleiben die jetzt veröffentlichten Bilder die besten vom Pluto. Sie sollen auch helfen, die beste Belichtungszeit für die "New Horizons"- Kamera zu bestimmen.

Pluto umkreist die Sonne auf einer ellipsenförmigen Bahn in eisiger Ferne von 4,4 bis 7,5 Milliarden Kilometern. Auf seiner Oberfläche ist es vermutlich minus 230 Grad Celsius kalt. Mit einem Durchmesser von 2320 Kilometern ist Pluto kleiner als der Erdenmond (3476 Kilometer Durchmesser). Mit Verabschiedung der ersten wissenschaftlichen Definition des Begriffs Planet durch die Internationale Astronomische Union (IAU) wurde der erst 1930 entdeckte Pluto im Jahr 2006 in die neu geschaffene Klasse der Zwergplaneten eingestuft.

Nur noch ein Kleinplanet

Im Jahr 2006 kam das Aus für den Planeten Pluto. Diesen Status hatte der am 18. Februar 1930 entdeckte Himmelskörper bis zur Neudefinition des Begriffs "Planet" am 24. August 2006 durch die Internationale Astronomische Union (IAU) inne. Bis zu diesem Zeitpunkt galt er als der neunte und am weitesten von der Sonne entfernte Planet unseres Sonnensystems. Nach der Degradierung zum Kleinplaneten wird er jetzt mit der Nummer 134340 geführt. Der Streit um den Status des von Clyde Tombaugh (1906-1997) entdeckten Pluto ging über Jahrzehnte. Pluto umkreist die Sonne auf einer ellipsenförmigen Bahn in eisiger Ferne von 4,4 bis 7,5 Milliarden Kilometern. Auf seiner Oberfläche ist es vermutlich minus 230 Grad Celsius kalt. Ursprünglich auf Erdgrösse geschätzt, wurde sein Durchmesser laufend nach unten revidiert. Nach jüngsten Bestimmungen sind es 2320 Kilometer. Zum Vergleich: Die Erde hat einen Äquator-Durchmesser von etwa 12 750 Kilometern, der Erdmond immerhin noch von 3476 Kilometern.