Tiere

Tiefseeschnecke - Vorbild für Panzerungen

Eine Meeresschnecke aus den heißen Tiefen des Indischen Ozeans hat eine derart feste Schale, dass sie ein Vorbild für neue Panzerungen sein könnte. Das berichtet eine Gruppe um Christine Ortiz vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Der dreischichtige, außen unter anderem mit winzigen Eisenpartikeln geschützte Aufbau des Gehäuses der Schuppenfuß-Schnecke (Crysomallon squamiferum) sei bisher noch nirgendwo sonst bekannt, heißt es in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Das Tier stammt aus einem Tiefseegebiet des Zentralen Indischen Rückens, wo mehrere Hundert Grad heißes Wasser aus dem Untergrund strömt. Die darin gelösten Stoffe bilden die Grundlage gänzlich eigener Ökosysteme auf chemischer Basis, die ganz ohne das Sonnenlicht auskommen.

Zu diesen gehört auch das Kairei-Gebiet, aus dem die Schnecke mit Roboterhilfe an die Oberfläche geholt wurde. Die Forscher durchleuchteten das etwa drei Zentimeter große Gehäuse unter anderem mit Elektronenstrahlung, die die feinsten inneren Strukturen offenlegt. Dabei zeigte sich ein dreischichtiger Aufbau, bei dem jede Lage unterschiedliche Beiträge zur Stabilität liefert. In der äußeren, sehr festen Lage fand sich unter anderem Eisensulfid. Weiter innen folgte eine Schicht aus organischem Material, das als vergleichsweise elastisch beschrieben wird. Den Abschluss nach innen bildet die dritte, kalkhaltige Schicht.

Die erste, sehr feste Barriere setzt raspelnden oder bohrenden Angreifern starken mechanischen Widerstand entgegen und kann viel Energie aufnehmen. Die innerste Lage bestimmt die Form des Gehäuses und liefert Schutz gegen Verbiegen oder Ermüdung. Die mittlere Schicht schließlich verbindet die beiden übrigen miteinander und bringt möglicherweise entstehende Risse zum Stillstand.