Projekt "TEEB"

Anstoß aus dem Umweltprogramm: Wer Natur zerstört, muss dafür bezahlen

Lässt sich der ökonomische Wert der Natur in Euro oder Dollar bewerten? Was verlieren die Menschen, wenn die biologische Vielfalt schwindet? Diesen Fragen geht ein Team internationaler Wissenschaftler nach. Das Projekt "TEEB" (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) läuft unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) und wird von Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung UFZ in Leipzig koordiniert. Die Leiterin, Heidi Wittmer, über die Frage, was das Projekt bewirken soll: "Die Studie trägt zusammen, was weltweit der Stand der Forschung ist, und richtet sich an Politik, Wirtschaft, Verwaltungen und Bürger. Es geht darum, den Wert der Natur und der natürlichen Systeme stärker in den Blick zu nehmen. Viele Entscheidungen von Politik, Verwaltung und Wirtschaft haben Auswirkungen auf die Biodiversität, ohne dass das ausreichend berücksichtigt wird. Natürlich kann man keine Gesamtsumme nennen: Das ist die Natur wert. Aber in Teilbereichen ist tatsächlich eine monetäre Bewertung möglich."

Als Beispiel nennt sie Indien, wo man aufgrund eines Gerichtsbeschlusses Minimalwerte für verschiedene Waldtypen errechnet. Die Grundfrage dabei: Was kostet es, wenn die mit der Abholzung verloren gehenden Funktionen, zum Beispiel hinsichtlich des Wasserhaushalts, ersetzt werden müssten? Wittmer: "Wer jetzt in Indien abholzen will, muss diesen Gegenwert zahlen, damit andernorts aufgeforstet werden kann. Wir kennen ähnliche Ausgleichsmaßnahmen auch in Deutschland."