Kamerafalle zeigt: Tiger erobert China zurück

Wangqing. Eine Kamerafalle der Umweltschutzorganisation WWF hat in dem nordostchinesischen Wangqing-Reservat erstmals einen Amurtiger fotografiert. Derzeit vergleichen Experten die jüngsten Aufnahmen mit Fotobelegen aus der Nachbarregion Hunchun, um herauszufinden, ob es sich um dasselbe Tier handelt. Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass sowohl Tiger als auch Leoparden langsam, aber beständig ihren ehemaligen Lebensraum in China zurückerobern, erklärt WWF-Referent Markus Radday. Zwar sei es noch viel zu früh, von einer stabilen chinesischen Tigerpopulation zu sprechen, doch die Indikatoren hierfür seien vielversprechend.

Um die seltenen Großkatzen besser schützen zu können und Mensch-Tiger-Konflikte zu vermeiden, werden zahlreiche Informationen über Bestandsgröße, Territorien, Beutetierpopulationen und Wanderrouten benötigt. Infrarotgesteuerte Kamerafallen, die durch Körperwärme aktiviert werden, sind eines der wichtigsten Werkzeuge. Ziel ist es, ein möglichst flächendeckendes Monitoring in der Region zu etablieren.

Nach WWF-Angaben gibt es derzeit noch rund 450 bis 500 Amurtiger. Eine stabile Population der Tiere, deren historisches Verbreitungsgebiet sich über das gesamte nordöstliche Asien bis auf die Koreanische Halbinsel erstreckte, findet sich jedoch nur noch auf russischem Staatsgebiet.

( (HA) )