"Carplane"

Geplantes Flugauto soll zwei Rümpfe haben

Braunschweig. Der Traum vom Auto, das fliegen kann, ist beinahe so alt wie das Auto selbst. Mehr als 2000-mal haben Ingenieure in aller Welt bisher mit unterschiedlichsten Technologien versucht, ein solches Gefährt zu bauen, ohne einen Durchbruch zu erzielen. "Entweder waren es schlechte Autos oder schlechte Flugzeuge oder beides", sagt John Brown. Der australische Geschäftsmann, der früher Berufspilot war, will es nun besser machen.

Browns geplantes Flugauto heißt "Carplane". Vor einem halben Jahr gründete er mit einer Investorin am Forschungsflughafen Braunschweig eine Firma gleichen Namens. Frühestens in fünf Jahren soll das Hybrid- oder Konvergenzauto, wie Brown den Typ auch nennt, auf den Markt kommen. Das technische Konzept steht, erste Patente sind angemeldet. Dabei mussten einige technische Probleme bewältigt werden, etwa die Gewichtsverteilung und die Motorkühlung. Außerdem darf das straßenfähige Flugzeug nicht breiter sein als die international vorgeschriebenen 2,60 Meter.

Brown setzt - ähnlich wie bei einem Katamaran - auf einen Doppelrumpf, bei dem der Fahrer und ein Passagier in getrennten Kabinen sitzen, und auf ein ausfahrbares Leitwerk. Die Flügel werden aus aerodynamischen Gründen schräg zum Boden zwischen den Rümpfen gelagert und bei Bedarf ausgeschwenkt. Das Carplane soll über einen Elektromotor fürs Auto und einen Benzinmotor für die Luft verfügen und eine Geschwindigkeit von 176 (Straße) beziehungsweise 210 Kilometern pro Stunde (Luft) erreichen.

Den Bau eines Prototyps will Brown selbst finanzieren, für die Entwicklung zur Marktreife will er Investoren suchen.

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