Hoffnungsschimmer

Erster Erfolg im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko

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Nach knapp vier Wochen endlich ein Hoffnungsschimmer: Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hat der britische Mineralölkonzern BP gestern erstmals einen wichtigen Erfolg erzielt. Experten gelang es, ein Rohr in die zerstörte Steigleitung zu setzen, um das hervorsprudelnde Öl in einen Tanker abzupumpen. Die Vorrichtung sei erfolgreich angebracht worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Der größte Teil des Öls könne nun aufgefangen werden. Ingenieure hatten drei Tage daran gearbeitet, das Rohr in 1500 Meter Tiefe an die Leitung anzuschließen.

Mit ferngesteuerten Untersee-Robotern gelang es, das 15 Zentimeter dicke Rohr mitsamt einer Dichtung in die 53 Zentimeter breite Leitung zu stecken. Zuvor waren mehrere Versuche gescheitert, das Bohrloch zu verschließen. Am 20. April hatte es eine Explosion auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor der US-Golfküste gegeben. Die Plattform sank zwei Tage später. Seitdem flossen rund 800 000 Liter Öl täglich ungehindert ins Meer.

Neben der sichtbaren Verschmutzung auf der Meeresoberfläche entdeckten Wissenschaftler auch in der Tiefe riesige Ölfahnen mit bis zu 16 Kilometer Länge und 1,6 Kilometer Breite. Forscherin Samantha Joye: "Eine erschreckend große Menge, die für alle Wassertiere eine Gefahr darstellt. Der Sauerstoffgehalt nahe den Ölschwaden liegt 30 Prozent unter dem Normalwert." Es könnte Jahre dauern, bis sich das Ökosystem wieder erholt.