Aalsuppe - Frage des Geschmacks

Es ist anzunehmen, dass es sich ursprünglich bei der Hamburger Aalsuppe um gar keine Fischsuppe gehandelt hat, sondern um eines der typischen Gerichte zur Resteverwertung, in dem all binn war, was im Winter da war. Vor allem wurde für eine solche Alles-Suppe ein abgeputzter Schinkenknochen ein weiteres Mal genutzt, dessen strenger Rauchgeschmack durch Beigaben von Backobst , Möhren, Sellerie, Zwiebeln, Petersilienwurzeln, Salbei, Essig, Majoran, Salz, Zucker, Nelken, Schwemmklößchen und gemäß dem semantischen Missverständnis später auch von gröönen (frischen) Aalstücken zu einer süßsauren Mischung verkocht wurde ( suur Supp ), die auswärtige Gäste entweder tapfer als "fein abgestimmt" lobten oder im Stillen als Kulturschock verdammten. (mj)