Mainz/Berlin (dpa/tmn). Die Preise sind beängstigend gut, Sie haben aber noch nie von diesem Onlineshop gehört? Dann schadet es nicht, die Seite unter die Lupe zu nehmen. Im Gegenteil. Und das muss nicht einmal lange dauern.

Fakeshops ließen sich einst leicht entlarven: Zu schlecht waren die Seiten gebaut, zu holprig war die Sprache. Doch die Betrügerinnen und Betrüger haben längst aufgerüstet und stellen vermeintliche Shopseiten ins Netz, die jenen echter Händler oft in nichts nachstehen.

Fakeshops funktionieren aber nicht nur deshalb so gut, weil sie mitunter täuschend echt aussehen. Vor allem bieten sie Produkte viel günstiger an als echte Onlineshops, insbesondere begehrte Markenware und Elektronik. Oft wird mit zeitlich begrenzten Angeboten gelockt, um Käuferinnen und Käufer unter Druck zu setzen, erklärt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Und es werden häufig gefälschte Gütesiegel auf den Seiten platziert, um Seriosität vorzutäuschen.

Werbung für Fakeshops in Social Media

Zunehmend werden Fakeshops in sozialen Netzwerken, über Messenger und in Shopping-Apps beworben, haben die Verbraucherschützer beobachtet. Über Werbeanzeigen und Links würden die Nutzerinnen und Nutzer dort auf betrügerische Seiten weitergeleitet.

Fakeshops gibt es für fast alle erdenklichen Produktkategorien, wobei die Betreiberinnen und Betreiber häufig die Internetadresse (URL) des oder der vermeintlichen Shops ändern und dabei sogar auf saisonale Kauftrends eingehen.

Eine abschließende Liste aller Fakeshops lässt sich also unmöglich anlegen. Auch deshalb haben die Verbraucherzentralen den Fakeshop-Finder entwickelt.

Ampel gibt eine Einschätzung

Auf der Seite gibt man einfach die Internetadresse des Shops ein, klickt auf „Shop-URL prüfen“ und schon wird die Seite automatisch auf Merkmale von Fakeshops hin überprüft. Das Ergebnis in Ampelfarben-Symbolik (Grün, Gelb oder Rot) soll bei der Einschätzung helfen, ob man von einem Kauf auf der jeweiligen Shopseite vielleicht besser absehen oder gegebenenfalls noch weitere Merkmale prüfen sollte, etwa ein mangelhaftes Impressum mit fragwürdiger Adresse.

Aber selbst bei „grünem Licht“ gilt: Zwar ist der Shop bisher nicht negativ aufgefallen, trotzdem sollte man auf die Versand- und Rücksendemöglichkeiten sowie vor allem auf eine sichere Zahlungsart achten. Denn ebenfalls typisch für Fakeshops ist das Vorgehen, mit vielen Bezahlarten zu werben, dann aber am Ende bei der eigentlichen Bestellung nur noch die unsichere Vorkasse, etwa in Form einer Überweisung zu verlangen.