Geheimdienste

Snowden entwickelt Überwachungs-Indikator für iPhone

Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Snowden hat gemeinsam mit einem US-Hacker ein Konzept entworfen, um Journalisten vor Abhöraktionen von Geheimdiensten zu schützen.

Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Snowden hat gemeinsam mit einem US-Hacker ein Konzept entworfen, um Journalisten vor Abhöraktionen von Geheimdiensten zu schützen.

Foto: © Charles Platiau / Reuters / Reuters

Edward Snowden will Journalisten vor Abhöraktionen von Geheimdiensten schützen. Mit einem US-Hacker hat er dazu ein Konzept entworfen.

Moskau/Boston.  Der NSA-Enthüller Edward Snowden hat sich mit einem bekannten US-Hacker zusammengetan, um Journalisten die Sicherheit zu geben, dass ihr iPhone nicht von Geheimdiensten gehackt wurde und heimlich Daten funkt. Der unter Asyl in Russland lebende Snowden und Andrew „bunnie“ Huang entwarfen dafür ein Modul, das sich über den Anschluss für die SIM-Karte ins Telefon einklinkt. Dieses soll anzeigen, wenn die Antennen des Handys wider Erwarten Daten übertragen.

Snowden und Hardware-Hacker Huang veröffentlichten am Donnerstag zunächst nur ein Konzept. Sie hofften, im Laufe des kommenden Jahres mit einem Prototypen die Funktionsfähigkeit zu bestätigen, hieß es in dem Papier. „Ziel ist, Journalisten ein Werkzeug zu geben, damit sie wissen, ob ihre Smartphones im Flugzeug-Modus ihren Aufenthaltsort mitschneiden oder preisgeben.“ Zugleich schränkten sie ein, dass das Tempo des Projekts von der Finanzierung abhänge. Huang ist US-Bürger und hat im Jahr 2002 am Massachusetts Institute of Technology einen Doktortitel in Elektrotechnik erworben.

Snowden hatte im Zuge seiner Enthüllungen ab Juni 2013 unter anderem erklärt, US-Geheimdienste könnten auch iPhones präparieren. Apple legt insbesondere bei neueren Modellen und Versionen seines Betriebssystems Wert auf Daten-Verschlüsselung und wehrte sich in diesem Jahr vor Gericht gegen Forderungen von US-Ermittlern, die Zugangssperre beim iPhone eines toten Attentäters zu knacken. (dpa/les)