Berlin. „Öko-Test“ hat in sieben Sonnencremes für Babys und Kinder den verbotenen Weichmacher DnHexP entdeckt. Was Eltern jetzt wissen müssen.

Ernüchterndes Ergebnis beim „Öko-Test“: Die Zeitschrift hat in der sechsten Ausgabe 2024 25 Sonnencremes speziell für Babys und Kinder getestet und im Labor auf Schadstoffe untersuchen lassen. Dabei konnten nicht alle Produkte überzeugen – im Gegenteil: In sieben Kindersonnencremes wurde der verbotene Weichmacher DnHeccP entdeckt. Dabei handelte es sich in sechs Produkten um Spuren, bei einem sogar um mehr.

„Öko-Test“: Gefährlicher Inhaltsstoff in Kindersonnencremes entdeckt – Was ist DnHexP?

DnHexP ist die Abkürzung für Di-n-hexylphthalat. Es handelt sich um eine chemische Verbindung, die als Inhaltsstoff in Kosmetika seit 2019 verboten ist. Die EU hat den Weichmacher als „besonders besorgniserregend“ eingestuft, da die Substanz auf die Fortpflanzungsfähigkeit schlagen kann. So rät auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die Aufnahme so weit wie möglich zu reduzieren.

Zudem hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) im Januar dieses Jahres Untersuchungsergebnisse veröffentlicht, wonach im Urin von Kita-Kindern ein Abbauprodukt des Weichmachers nachgewiesen wurde – und zwar insgesamt mehr als noch vor einigen Jahren. Obwohl die Ursache dafür noch nicht abschließend geklärt ist, waren Sonnencremes allerdings früh als mögliche Quelle in der Diskussion.

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Sonnencremes für Kinder: Warum ist der Weichmacher enthalten? Hersteller äußert sich

„Öko-Test“ berichtet von einer Auffälligkeit in Zusammenhang mit der Verwendung von DnHexP: Die Substanz steckte demnach nur in Sonnencremes, die einen bestimmten chemischen UV-Filter enthalten – DHHB. In der Liste der Inhaltsstoffe ist der Filter unter der Bezeichnung Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoat zu finden.

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Wie erklären die jeweiligen Hersteller die Weichmacher-Rückstände? Einige von ihnen bezeichnen sie auf „Öko-Test“-Anfrage als „technisch unvermeidbar“. Eine Aussage, die die Tester nicht überzeugen kann: Denn acht weitere Cremes in der Untersuchung enthalten zwar den UV-Filter DHHB, sind jedoch frei von dem Weichmacher.

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„Mangelhafte“ Kindersonnencreme eine Gefahr? Was Eltern jetzt beachten müssen

Was bedeuten die Testergebnisse nun für Eltern? Anlass für Panik geben die Funde trotz allem offenbar nicht, erläutern die Tester. „Und sie sind erst recht kein Grund, aus lauter Bedenken auf konsequenten Sonnenschutz für (Kinder-)Haut zu verzichten.“ Die Erklärung: Sofern Sonnencremes in üblichen Mengen verwendet werden, birgt wohl selbst das Testprodukt mit dem höchsten DnHexP-Gehalt keine gesundheitliche Gefährdung fürs Kind.

„Öko-Test“ zufolge müssten Eltern ihr Kind täglich mit mehr als einem Kilo Sonnencreme einschmieren, damit dieses bedenklich viel von dem Weichmacher über die Haut aufnehmen könnte. Nichtsdestotrotz fällt die Sonnencreme mit der Note „mangelhaft“ durch.

„Öko-Test“: Diese Kindersonnencremes bestehen mit Bestnote

„Öko-Test“ zufolge können besorgte Eltern auf acht Produkte mit der Note „sehr gut“ ausweichen: Unter den Testsiegern befinden sich auch zwei Produkte speziell für Babys.

  • „Babydream Sonnenspray extra sensitiv 50+“ – erhältlich bei Rossmann
  • „Sunozon Kids Sonnenmilch 50+“ – erhältlich bei Rossmann
  • „Babylove Sonnenspray sensitive 50+“ – erhältlich bei dm
  • „Sundance Kids Sonnenspray 50“ – erhältlich bei dm
  • „Clean Sun Kids Sonnencreme LSF 50“ – erhältlich bei Lidl
  • „Lavozon Kids Sonnencreme 50“ – erhältlich bei Müller
  • „Nivea Sun Kids Spray 5in1 50+“ – erhältlich bei Beiersdorf
  • „Tabaluga Sonnenmilch für Kinder Sensitiv 50“ – erhältlich bei Budni, Edeka, Netto

Die vollständige Liste finden Sie bei „Öko-Test“ (Ausgabe 6/2024).