EHEC-Erreger

Lebensmittelkontrolleur: Das Gurken-Problem erledigt sich von selbst

Das Hamburger Hygiene-Institut hat Salatgurken aus Spanien als Träger der gefährlichen EHEC-Erreger identifiziert. Martin Müller, der Vorsitzende des Bundesverbands der Lebensmittelkontrolleure, erklärt, was nun getan werden kann:

Was tut man, um diese gefährlichen Gurken aus dem Verkehr zu ziehen?

Müller: „Wenn man sich wirklich sicher ist, dann wird eine sogenannte öffentliche Warnung und auch ein Rückruf ausgesprochen. Hier geht es um die Rückverfolgbarkeit, ein ganz wichtiges Instrumentarium. Jeder in der Kette muss sagen können: Von wem habe ich das Produkt bekommen und wo geht das Produkt hin? Wenn wir in dieser misslichen Lage die glückliche Situation hätten, dass wir nur einen einzigen Verbringer hätten, der die Gurken nach Deutschland geliefert hat, dann hätten wir ganz schnell klare Strukturen, weil der seine weiteren Händler, die er beliefert, sofort nennen könnte. Schlimmstenfalls kann es sein, dass wir die verschiedensten Verbringer haben.“

Kann man dann alle spanischen Gurken verbieten und wegräumen?

Müller: „Hier muss wirklich der Nachweis erbracht werden: Ja, dieses Produkt ist ein Mordwerkzeug, ja, dieses Produkt schädigt die Gesundheit. Nur dann darf man das."

Also alle Gurken, von denen man es nicht hieb- und stichfest nachweisen kann, bleiben dann doch im Laden?

Müller: „Schauen Sie in Kürze in die deutschen Märkte – Sie werden keine Schlangengurken mehr sehen. Das Problem erledigt sich von selbst. So wie der Teufel das Weihwasser, so wird der Verbraucher die Gurken jetzt meiden.“