Herbstanfang

Warum verfärbt sich Laub?

Bunt leuchten die Blätter eines Amberbaums (Liquidambar styraciflua).

Bunt leuchten die Blätter eines Amberbaums (Liquidambar styraciflua).

Foto: dpa

Was am Herbst besonders schön ist? Das bunte Laub. Es verfärbt sich vor allem dann, wenn es nachts kalt wird. Dahinter steckt ein ausgeklügelter Schutzmechanismus der Bäume.

Neustadt/Weinstraße. Im Herbst verfärbt sich das Laub an den Bäumen je nach Art gelb, rot sowie braun und fällt dann ab. Warum eigentlich?

Das hängt mit der Verarbeitung des Sonnenlichts in den Blättern zu Stärke zusammen, also dem Prozess der Photosynthese. Im Sommer sind die Blätter der meisten Pflanzen grün wegen des Farbstoffs Chlorophyll, welcher die grünen Anteile des Sonnenlichts reflektiert. Die anderen Lichtanteile werden absorbiert und zu Stärke umgewandelt.

Andere Farbpigmente im Blatt überlagert das Chlorophyll meist vollständig. Das sind Karotine (orange), Anthozyane (rot) und Xanthophyll (gelb).

Im Herbst dann werde das grüne Chlorophyll abgebaut, erklärt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Die Bäume verlagern es zusammen mit anderen Nährstoffen und Kohlehydraten in die Wurzel und speichern es dort ab. Sonst würde es beim späteren Blattfall verloren gehen.

Nun haben die anderen Farbpigmente ihre Stunde - das rote Anthozyan, das gelbe Xanthophyll und das orangene Karotin. Sie werden nicht mehr überlagert, die Bäume erstrahlen folglich in den schönsten Farben.

Die Färbung aber mündet im Blattfall. Das ist ein Schutzmechanismus der Bäume, um sich im Winter vor Kälte, aber auch vor dem Verdursten zu schützen.