Helfer & Menschenfreund

Mit Blaulicht und Martinshorn auf dem Weg zum Einsatzort

Sie versorgen verletzte Menschen, bis der Notarzt eintrifft, koordinieren Notrufe und transportieren Patienten: Notfallsanitäter haben einen abwechslungsreichen Beruf

Hannah Oyss kennt die Situation: Im Eiltempo an Bord des Rettungswagens klettern, dann geht es mit Blaulicht und Martinshorn durch die Straßen. Sie macht seit August des vergangenen Jahres eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin an der Akademie für Notfallmedizin. Schon vor vier Jahren hat sie eine dreimonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen. Danach ging es zum Studium der Gesundheits- und Kulturwissenschaften nach Bremen. „Nach dem Abschluss habe ich gemerkt, dass ich den Rettungsdienst vermisse und dass ich lieber mit Menschen und Medizin als am Schreibtisch arbeite“, berichtet sie.

Der Notfallsanitäter ist seit 2014 ein neues Berufsbild im Rettungsdienst und Nachfolger des Rettungsassistenten. Die dreijährige Berufsausbildung läuft dual im Wechsel von Theorie und Praxis und wird in Hamburg derzeit von der Akademie für Notfallmedizin, von der Feuerwehr, dem GARD-Rettungsdienst und von Hilfsorganisationen angeboten. Die Ausbildung gliedert sich in mehrere Abschnitte. Am Anfang steht ein Grundlehrgang mit einer Prüfung zum Notfallhelfer. Ihr erstes Pflichtpraktikum von vier Wochen hat Hannah am Universitätsklinikum Eppendorf gemacht. Anschließend war sie für vier Wochen auf einer Wache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Osdorf. „Dort durfte ich dann endlich als ‚dritter Mann‘ auf einem Rettungswagen mitfahren.“

Hannah ist jetzt im zweiten Abschnitt ihrer Ausbildung und damit bis Ende Februar bei der Krankenbeförderung im Krankenwagen, um Menschen zum Arzt zu bringen oder aus der Klinik abzuholen. „Bei einem Krankentransport ist es wichtig, den Menschen ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Nähe zu vermitteln. Wenn das gelingt, kann man die Kranken sehr glücklich machen, und man erfährt viel Dankbarkeit“, so die 24-Jährige. Nach drei Ausbildungsjahren steht das Examen an. „An meinem Beruf gefällt mir, dass man immer im Team und mit Menschen arbeitet und dass man in Notfällen wirkliche medizinische Hilfe leisten kann“, sagt Hannah. Auch dass kein Tag wie der andere ist, mag sie.

Notfallsanitäter arbeiten auch im Innendienst einer Rettungswache oder -leitstelle. Dort nehmen sie Notrufe entgegen und koordinieren die Einsätze. Tätig werden können sie ebenso in der Ausbildung, bei Katastrophenhilfswerken, Wach- und Sicherheitsdiensten oder bei der Bundeswehr.

„Wer Notfallsanitäter werden möchte, muss in jeder Situation Ruhe bewahren können und teamfähig sein. Denn um den Patienten optimal zu versorgen, ist eine gute Zusammenarbeit mit Kollegen und Notärzten notwendig“, sagt Stefan Bobzin, Leiter des Personalauswahlzentrums der Feuerwehr Hamburg, bei der die Ausbildung am 1. August startet. Ausgewählte Bewerber werden zu einem Test mit einem theoretischen und einem Sportteil eingeladen, dann stehen Einzelgespräche an. 24 Plätze gibt es, Bewerbungsschluss ist Mitte Februar. Wer sich bewerben will, sollte sich also beeilen.