Bürger, Politiker und Wirtschaft müssen an einem Strang ziehen

Die Auszeichnung Green Capital 2011 sollte für die Bürger, für die Politik und auch für die Wirtschaft Ansporn sein, den Klima- und Umweltschutz in Hamburg voranzubringen.

Die EU-Kommission hat definiert, was sie von einer Europäischen Umwelthauptstadt erwartet: Hamburg sollte dauerhaft hohe Umweltstandards unter Beweis stellen und sich anspruchsvolle Ziele für die Zukunft setzen. Es soll eine Vorbildrolle für andere europäische Städte übernehmen, das Engagement für die Umwelt "nach Europa tragen" und Erfahrungen im Umweltschutz auch anderen europäischen Städten vermitteln.

Die Würdigung als Green Capital ging in dem Bewusstsein nach Hamburg, dass wir einerseits eine umweltorientierte und lebenswerte Metropole sind, andererseits eine wirtschaftlich prosperierende Stadt mit einem Welthafen. Dies verweist bereits auf ein Spannungs- und Lösungsfeld, verweist vor allem aber auf die große Bedeutung der Unternehmen bei der Erreichung von Umweltzielen. Sie sollte ein Treibriemen sein.

Die Stadt Hamburg hat sich anspruchsvolle Ziele gesetzt. So soll der Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent verringert werden. Wollen wir dieses Ziel erreichen, so müssen Bürger, Politik und Wirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. Wichtig ist, die Interessen aller gleichermaßen zu berücksichtigen. Deshalb müssen wir Projekte verfolgen, die Umwelt und Wirtschaft gleichermaßen nutzen. Zu denken ist etwa an die klimafreundliche Sanierung von Gebäuden, aber auch die verstärkte Nutzung von Hamburger Dächern für die solare Stromerzeugung.

Die Wirtschaft hat bereits früh Zeichen gesetzt, Hamburg bei Green Capital tatkräftig zu unterstützen. Im Rahmen der UmweltPartnerschaft werden die Maßnahmen koordiniert. Der Arbeitskreis Kommunikation der Handelskammer engagiert sich beratend für dieses Projekt. So sollte das Umwelthauptstadt-Jahr die Unternehmen und deren Mitarbeiter dazu motivieren, weitere Umweltleistungen zu erbringen.

Green Capital birgt für Unternehmen, die über die Grenzen hinweg tätig sind, noch eine weitere Chance. Hamburg kann sich mit Green Capital bei Investoren und bei Fach- und Führungskräften als eine Stadt in Erinnerung rufen, die wirtschaftliche Kraft mit einem lebenswerten Umfeld verbindet. Schließlich brauchen wir insbesondere junge und kreative Talente. Umweltmanagement macht den Wirtschaftsstandort Hamburg auch für junge Unternehmen, zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik, noch attraktiver. Mit der Ansiedlung dieser Unternehmen in unserer Stadt schaffen wir eine Win-WinSituation für alle Beteiligten, die Stadt, die Wirtschaft und die Bürger.

Die Otto-Gruppe wird sich deshalb auf vielfältige Weise für die Umwelthauptstadt engagieren. Wir werden einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten, wir werden gemeinsam mit unseren Mitarbeitern das Thema publik machen und wir werden gemeinsam mit der Stadt für Hamburg als attraktiven Lebens- und Arbeitsraum werben. Green Capital ist eine große Chance, die es zu nutzen gilt.