Kammermusik aus dem Sinfonieorchester

Eigentlich ist die Idee ganz einfach: Ein Sinfonieorchester verfügt über Spezialisten für so ziemlich jedes Orchesterinstrument. Wer seinem Publikum...

Eigentlich ist die Idee ganz einfach: Ein Sinfonieorchester verfügt über Spezialisten für so ziemlich jedes Orchesterinstrument. Wer seinem Publikum also Ausgefallenes mit ungewöhnlichen Besetzungen bieten will, der kann es kaum besser treffen, als wenn er dafür auf einen Pool von über 100 begeisterungsfähigen Kollegen zugreifen kann.

Nach diesem Leitgedanken organisiert jedenfalls der Flötist Hans-Udo Heinzmann seit über 20 Jahren die Kammerkonzerte des NDR Sinfonieorchesters. Die Musiker legen ihm Stücke vor, die sie immer schon mal machen wollten und die im üblichen Betrieb zu kurz kommen. Und er fragt unter den Kollegen, wer Lust hat, mitzumachen.

Für "Musica con basso" hat Heinzmann wieder einige echte Repertoireschätze zusammengetragen: Da finden sich die "Preludes" des in die USA emigrierten Hindemith-Schülers Bernhard Heider. Ein "apartes Stück", wie Heinzmann con passione bemerkt, für die kuriose Kombination Flöte, Harfe und Kontrabass. Oder eine Herbstmusik des in Norwegen lebenden Italieners Antonio Bibalo samt "pas de deux für Insekten". Mit dem Oboenquintett von Sergej Prokofjew ist auch ein unbekanntes Stück von einem bekannten Komponisten dabei. Zum Schluss gönnen Heinzmann und sein Kollege Kalev Kuljus sich noch eine hochvirtuose Rossini-Paraphrase für Oboe und Flöte als lustvoll-reißerischen Rausschmeißer.


Musica con basso 9.6., 20 Uhr, Rolf-Liebermann-Studio.