Beunruhigende Mails und Anrufe locken in Vertragsfallen

Mein Nacktbild im Internet veröffentlicht?!

Internetabzocker ziehen derzeit alle Register: Da werden Mails verschickt mit dem Hinweis auf angebliche Nacktbilder des Empfängers im Internet oder es wird per Anruf auf wichtige Online-Informationen aus der Nachbarschaft hingewiesen.

Die dreisten Aktionen sollen zum Besuch von Internetseiten animieren und in Vertragsfallen locken. "Auf keinen Fall reagieren", empfiehlt Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Schon im letzten Jahr endete die Anmeldung auf Internetseiten mit Gewinnspielen, "kostenlosen" SMS, Tests zur eigenen Lebenserwartung oder zur Routenplanung für viele mit einer bösen Überraschung. Tage nach dem Ausfüllen der Online-Formulare erhielten Surfer eine Rechnung für einen angeblich geschlossenen Vertrag.

Die neuesten Maschen der Abzocker im Netz: Man bekommt eine Mail mit der Betreffzeile "Ihr Nacktbild wurde im Internet veröffentlicht" oder wird per Telefonansage auf eine angebliche wichtige Nachricht eines Nachbarn aufmerksam gemacht, die online abge-rufen werden soll. Ruft man die genannten Seiten neugierig oder verunsi-chert auf und macht die dort geforderten Angaben, schnappt die Vertragsfalle zu. 98 Euro für ein Jahr fremde Nacktfotos im Internet oder 216 Euro für einen zweijährigen Zugang zu einem Nachbarschaftsportal sollen gezahlt werden.

"Grundsätzlich sollte man mit persönliche Angaben im Internet sehr vorsichtig umgehen", warnt Verbraucherschützerin Sievering-Wichers. Werden auf vermeintlich kostenlosen Seiten Anmeldung und Postanschrift verlangt, empfiehlt sie, die Seiten gründlich auch in den AGB - auf möglicherweise entstehende Kosten zu prüfen oder sicherheitshalber komplett auf die Nutzung des Angebots zu verzichten.

Ist die Vertragsfalle zugeschnappt, erfährt man bei der Verbraucherzentrale, wie man sich am besten wehrt. "Hier muss endlich der Gesetzgeber einschreiten und eine deutliche Preisinformation sowie die ausdrücklichen Zustimmung des Surfers zur Kostenpflicht festschreiben", fordert Sievering-Wichers.