Historisches Ereignis:

Bill Gates und Steve Jobs gemeinsam auf einer Bühne

Die langjährigen Konkurrenten, die maßgeblich die Computer-Industrie mitgestaltet haben, gingen mit einander freundlich und mit lockeren Scherzen um.

Carlsbad. Mit Bill Gates und Steve Jobs hat das "Wall Street Journal" zwei rivalisierende Giganten der Computerindustrie erstmals nach vielen Jahren gemeinsam auf eine Bühne gebracht. Das Ereignis, das für die Computerbranche als historisch gelten kann, fand bei einer von der Zeitung veranstalten Fachkonferenz am Mittwoch (Ortszeit) im kalifornischen Carlsbad statt. Die langjährigen Konkurrenten, die maßgeblich die Computer-Industrie mitgestaltet haben, gingen mit einander freundlich und mit lockeren Scherzen um.

Gates und Jobs gehörten in den 80er Jahren zu den wichtigsten Pionieren einer völlig neuen Industrie, waren jedoch sehr unterschiedlich. Während Gates, der Gründer des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft, die Verbreitung des Personal Computers und seiner Software in jeden Haushalt der Welt betrieb, konzentrierte sich Apple-Mitgründer Jobs auf die Entwicklung und Produktion maßgeschneiderter Computer. Aus den anfänglichen Partnern entwickelten sich schnell erbitterte Rivalen.

Doch auf der Bühne in Carlsbad war von Feindschaft keine Spur zu erkennen. Auf die Frage, was die beiden jeweils am anderen schätzen, sagte Microsoft-Gründer Gates, er würde vieles darum geben, einen solchen Geschmack wie Steve Jobs zu haben. Jobs Entscheidungen gründeten auf einem ausgeprägten Sinn für Menschen und Produkte. Jobs lobte dagegen die Wohltätigkeit seines Konkurrenten. "Ich glaube, die Welt ist ein besserer Platz, weil Bill realisiert hat, dass es nicht sein Ziel ist, der reichste Typ auf Erden zu sein", sagte Jobs. Einen erheblichen Teil seines Vermögens stiftet Gates, der in der "Forbes"-Liste noch immer als reichster Mann der Welt geführt wird, seit Jahren für wohltätige Zwecke.