Betrunkene Radler riskieren Fahrverbot fürs Auto

Auch wegen Fahrradfahrens unter Alkoholeinfluss kann der Führerschein entzogen werden – es besteht sogar die Möglichkeit eines Radfahrverbots. Jedenfalls dann, wenn der Radler ein medizinisch-psychologisches Gutachten nicht fristgerecht beibringt. Das entschied das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße (Az.: 3 L 636/14.NW), wie die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt. Im verhandelten Fall war ein Radfahrer betrunken und ohne Licht unterwegs. Er geriet in eine Verkehrskontrolle. Die Blutalkoholuntersuchung ergab einen Wert von 1,73 Promille. Der Anordnung zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) kam der Radler nicht nach. Daraufhin wurde ihm der Führerschein entzogen. Die 1,73 Promille sprächen für ein hohes Maß an Alkoholgewöhnung, das nur durch regelmäßigen Konsum großer Mengen Alkohols erreicht werde. Das lasse die Annahme zu, dass der Mann auch motorisiert alkoholisiert am Straßenverkehr teilnehme. Da er seine Fahreignung nicht mithilfe einer MPU nachgewiesen hatte, sei das Fahrradfahrverbot rechtmäßig.