Subaru Outback

Er darf auch mal schmutzig sein

Der Subaru Outback kommt erst im Gelände in Form. An das Stadtvolk hat der Hersteller bei ihm weniger gedacht.

Seine Konkurrenten frönen dem Lifestyle, doch er gibt den ehrlichen Malocher. Denn wo man Audi A4 Allroad oder VW Passat Alltrack am liebsten mit Designerware von Jack Wolfskin fährt und schon stolz ist, wenn man sich damit mal auf den unbefestigten Parkplatz am Stadtwald traut, ist sich der Subaru Outback für Matsch und Modder nicht zu schade. Sein Revier sind die Mittelgebirge, sein Boulevard die engen Bergstraßen, und wo andere in Schmutz und Schlamm schon stecken bleiben, kommt er erst in Form. Denn genau für solche Einsätze hat Subaru den großen Kombi entwickelt.

Mittlerweile steht der Wagen in der vierten Generation, kostet mindestens 37.000 Euro und erfreut sich bei einer kleinen Kundenschar großer Beliebtheit. Die Mehrheit der 2012 knapp 1000 Legacy in der offiziellen KBA-Statistik jedenfalls dürfte auf den Outback entfallen. Doch was dem Geländekombi trotz 20 Zentimetern Bodenfreiheit und serienmäßigem Allradantrieb für den größeren Erfolg fehlt, ist eine Automatik für den Diesel. Das zumindest glauben die Japaner und reichen genau diese Kombination nach. Dabei gehen sie allerdings ihren ganz eigenen Weg. Wo schon der Diesel als Boxer ein Exot ist, spannen sie ihn jetzt mit einer stufenlosen Automatik zusammen.

Zwar glauben die Japaner fest an den angeblich unerreichten Anfahrkomfort des CVT-Getriebes und halten es mit seinen sieben simulierten Schaltstufen bei etwas vehementerem Gasfußeinsatz sogar für sportlich. Doch einen Gefallen tun sie dem Outback damit nicht. Ist der Diesel mit seinen 150 PS ohnehin schon am unteren Limit für so ein großes Auto, schluckt die Schlingenkette des Getriebes jetzt gefühlt noch einmal ein Drittel der Leistung, und man muss den Outback schon ordentlich treten, damit man überhaupt vom Fleck kommt. Dann allerdings jubelt das Getriebe die Drehzahl gehörig nach oben. Bei so einer Fahrweise werden aus den 6,3 Litern vom Prüfstand schnell mal zehn oder zwölf Liter. Dann kann man auch gleich den Benziner kaufen, der mit 2,5 Litern und 173 PS deutlich besser im Futter stehen dürfte. Nur ist der leider ebenfalls mit dem CVT-Getriebe gekoppelt.

Aber das ist nicht der einzige Haken am Outback. Auch sein Fahrwerk ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit: Wer wirklich immer nur auf Feldwegen fährt, der findet sicher gefallen an der butterweichen Federung. Doch auf der Landstraße beginnt der Wagen schon bei mäßigem Tempo heftig zu wanken und wimmert selbst weit unter 100 km/h in Kurven derart jämmerlich, dass einem angst und bange wird.

Extras wie eine Abstandsregelung oder eine Start-Stopp-Automatik fehlen

Beim Fahrkomfort, der Antriebskultur und nicht zuletzt bei den Assistenzsystemen fahren die Japaner dem Audi Allroad, Volvo V40 CrossCountry oder dem VW Passat Alltrack eine Generation hinterher. Und über Extras wie eine Abstandsregelung oder eine Start-Stopp-Automatik wollen wir da gar nicht reden.

Doch hat der Hersteller beim Outback weniger an das Stadtvolk gedacht. Kunden sind die Bergbauern im Schwarzwald oder die Fischer auf Rügen. Und die erfreuen sich an vorbildlichen Geländeeigenschaften und jeder Menge Platz. Selbst der bescheidenen Materialauswahl und dem hohen Anteil an Hartplastik können sie wahrscheinlich noch etwas abgewinnen. Denn wenn beim Malochereinsatz Dreck mit reinkommt, ist auch das kein Problem: Einmal feucht durchwischen, dann ist der Outback wieder ganz der Alte.