Rat vom Anwalt: Einspruch gegen Bußgeld verschafft wertvolle Zeit

Schätzungsweise 15 Prozent der Bußgeldbescheide für zu schnelles Autofahren in Deutschland sind nicht rechtens. Von dieser Zahl geht der Düsseldorfer Verkehrsrechtsanwalt Christian Demuth aus. Ursache seien oft Messfehler. Deshalb sollten sich Autofahrer im Zweifel nicht scheuen, Einspruch einzulegen. Selbst wenn sie damit nicht durchkommen, verschaffe ein Einspruch manchmal wertvolle Zeit, rät der Jurist.

Am höchsten sei die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Lasermessung. "Weil da der menschliche Faktor so eine große Rolle spielt. Die Geräte müssen ja anständig bedient werden", sagt Demuth. Bei der klassischen Laserpistole könnten zum Beispiel andere Objekte zwischen Pistole und Fahrzeug den Messwert verfälschen. Hilfreich sei der Zeitpuffer eines Einspruchs zum Beispiel, wenn ein Fahrverbot drohe, sagt Frank-Roland Hillmann, Referent beim Deutschen Verkehrsgerichtstag. Höchstens vier Monate lang kann der Fahrer das verordnete Fahrverbot aufschieben.

Hillmanns Beispiel: Ein Autofahrer braucht seinen Wagen innerhalb der kommenden vier Monate dringend, könne aber in sechs Monaten problemlos auf den fahrbaren Untersatz verzichten. Mit einem Einspruch gegen den Bußgeldbescheid ließen sich die rettenden Monate rausholen. "Mit einem Einspruch hat man immer eine zweite Chance", sagt Hillmann. Denn die Bußgeldstellen hätten keinen großen Ermessensspielraum, das Gericht dagegen schon.

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( (dpa) )