Erdgasautos lassen sich in Deutschland schlecht verkaufen

Trotz der hohen Preise für Benzin und Diesel sind die im Betrieb günstigeren Erdgasautos in Deutschland kaum gefragt. Von den knapp 1,9 Millionen Neuwagen, die in der Bundesrepublik in den ersten sieben Monaten dieses Jahres gekauft wurden, waren 98,7 Prozent Benzin- oder Dieselmodelle und nur 0,2 Prozent (3200 Fahrzeuge) Erdgaswagen. Das hat das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen ermittelt.

Laut dem Institutsleiter Professor Ferdinand Dudenhöffer wissen Autofahrer hierzulande nur wenig über die Kraftstoffalternative und seien deshalb skeptisch. Dabei sei Erdgas als Pkw-Treibstoff nicht nur günstiger, sondern auch umweltverträglicher als Benzin oder Diesel. Hinzu komme, dass die Autobauer nur wenige Erdgasmodelle im Programm hätten. Unter Berücksichtigung unterschiedlicher Karosserievarianten wie Cabrio oder Kombi gebe es aktuell mehr als 400 Pkw-Modelle am Markt. Für nicht einmal 20 davon sei ein Erdgasmotor verfügbar.

Da Erdgas im Vergleich zu Benzin und Diesel nur rund die Hälfte kostet, ließen sich die Kraftstoffkosten in hohem Maße verringern. Die Erdgasvariante des Volkswagen Passat zum Beispiel begnügt sich laut Wissenschaftler Dudenhöffer mit 4,3 Kilogramm Gas auf 100 Kilometer, für die derzeit rund 4,50 Euro fällig würden. Für einen vergleichbaren Diesel-Passat fielen dagegen etwa 7,20 Euro Treibstoffkosten an. Ähnliches gelte für andere Erdgasmodelle wie den Opel Zafira oder den Fiat Punto.

( (dpa) )