Rostschutz

Ein Hamburger sagt dem Rost erfolgreich den Kampf an

Foto: cordes

Sein Korrosionsschutzmittel wird nicht nur bei Autos angewendet, sondern auch in Seeschiffen, auf Bohrinseln und Offshore-Windenergieanlagen

Hamburg. Auch bei jüngeren Autos ist Rost wieder ein Thema. Das vermeldet jetzt aktuell die Zeitschrift "Auto Bild" nach Auswertung ihres Leser-Kummerkastens. Insbesondere Kantenrost an den Fahrzeugtüren wird bemängelt, Autohersteller wie Mercedes, Mazda und Ford in diesem Zusammenhang genannt. Vielleicht sollten die Firmen den Kontakt zum Hamburger Rost-Experten Gerd Cordes suchen. Der Chef der Firma Timemax widmet sich seit Jahren dem Thema und hat ein effektives Korrosionsschutzsystem entwickelt. Das schützt nicht nur automobile Oldtimer vor der braunen Pest, sondern zeigt auch in den Ballasttanks von Seeschiffen, auf Bohrinseln und Offshore-Windenergieanlagen seine Wirkung.

Mit einem Rostschutzmittel für die besonders gefährdeten Hohlräume von Autos hat Cordes schon vor einem Jahr den Langzeittest einer Fachzeitschrift gewonnen. Der lösungsmittelfreie Mehrschicht-Unterbodenschutz eignet sich für neue und alte Autos, bietet also auch auf angerostetem Blech größtmöglichen Schutz. In mehreren Testreihen wird das Verfahren seitdem ständig verfeinert. Unterstützung erhält Cordes dabei unter anderem von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in der Hansestadt. Und auch der Hamburger Taxiunternehmer Uwe Stambula ist beim Praxistest mit fünf seiner Fahrzeuge beteiligt. An den Unterböden der Taxis werden mit unterschiedlichen Rostschutzmitteln (auch anderer Anbieter) behandelte Testbleche verschraubt. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren sind die Fahrzeuge im Straßenverkehr unterwegs. Und gerade nach dem Salzeinsatz dieses Winters erwartet sich Cordes neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit seines Unterbodenschutzes.

Versuche mit weiteren Testblechen laufen auf einem Naturbewitterungs-Prüfstand auf Helgoland ab. Die HAW untersucht dort Rostschutzmittel für die Industrie, aber beispielsweise auch für die Bundesmarine, auf ihre Wirksamkeit. Dort ist das Metall samt Korrosionsschutz dem aggressiven Nordseeklima ausgesetzt.

Mittlerweile hat Cordes das Anwendungsgebiet auf den Schiffbau ausgedehnt. Als Partner konnte er die Reederei Hapag-Lloyd und den Germanischen Lloyd - eine Art "Schiffs-TÜV", gewinnen. "Unsere Testbleche sind in den Ballasttanks großer Containerschiffe wie der ,Kyoto Express' angebracht. In denen wird ständig aggressives Meerwasser hin- und hergepumpt. Da die Schiffe weltweit unterwegs sind, können wir dabei prüfen, wie sich unser Rostschutz in unterschiedlichen Klimazonen bewährt", erläutert der Timemax-Chef.

Und er blickt bereits voraus: In absehbarer Zeit sollen auch die vom Salzwasser bedrohten Windenergieanlagen in der Nordsee damit konserviert werden. Durch einen verbesserten Korrosionsschutz können die Wartungsintervalle verlängert und so die Betriebskosten deutlich reduziert werden.

Eine gute Gelegenheit für Auto- und Oldtimerfreunde, den Hamburger Rostschützern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu blicken, besteht am kommenden Sonnabend, 15. Januar. In der Zeit von 11 bis 15.30 Uhr lädt Cordes zu einem Tag der offenen Tür in seinen Betrieb am Albert-Schweitzer-Ring 39 in Tonndorf. Gezeigt werden dort unter anderem Hohlraum-Endoskopien von Oldtimern, Blecharbeiten in der Karosserie-Werkstatt und die Unterbodenschutzentfernung mithilfe von Trockeneis. In der Rostschutzabteilung können die Besucher zahlreiche restaurierte Klassiker begutachten. Und natürlich gibt es bei der Gelegenheit auch Nachhilfe in Sachen Rostschutz am Beispiel eines Oldtimers.

Fünf Besucher können eine kostenlose Endoskopie ihres Wagens am Tag der offenen Tür gewinnen. Wer einen Blick in die besonders rostgefährdeten Hohlräume seines Autos werfen will, meldet sich unter Tel. 040/46 09 39 10 und gibt seine eigene Telefonnummer an. Am 14. Januar werden die Gewinner ausgelost und benachrichtigt.