Verkehrsplanung

In 40 Umweltzonen bleiben "Stinker" draußen

Neue Regelungen für die Innenstädte von Bonn, Münster, Osnabrück, Heidelberg, Freiburg und Pfinztal (bei Karlsruhe).

Hamburg. Das Netz von Umweltzonen in Deutschland wird immer größer, die Einfahrbedingungen für die Autofahrer werden wie in Berlin und Hannover schärfer. Mit dem Neujahrstag erhöht sich die Zahl der - für "Stinker" verbotenen - innerstädtischen Zonen von 34 auf 40. Neu reglementiert werden damit die Innenstädte von Bonn, Münster, Osnabrück, Heidelberg, Freiburg und Pfinztal (bei Karlsruhe). Dort bleibt chancenlos, wer für seinen alten Wagen keine amtliche Plakette hinter der Windschutzscheibe kleben hat.

Der Streit um die Entlastungswirkung von Umweltzonen von Befürwortern und Gegnern geht indessen weiter. Münster will anders als die übrigen Umweltzonen-Neulinge keine roten Plaketten zulassen, die für Autos mittleren Alters der Schadstoffklasse Euro 2 bestimmt sind. Die abgestuft besseren Schadstoffklassen 3 (gelb) und 4 (grün) haben dort und in anderen Umweltzonen vorerst zumeist keine Probleme. Berlin und Hannover wollen allerdings von 2010 an auch schon die "Gelben" aussortieren und nur noch die "Grünen" reinlassen.

Baden-Württemberg hat mit nun 18 Städten die meisten Umweltzonen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 14 - darin vor allem auch die Ruhr-Rhein-Schiene von Dortmund über Recklinghausen, Duisburg, Düsseldorf und Köln. Drei sind in Bayern (München, Augsburg und Neu-Ulm), zwei in Niedersachsen (Hannover und Osnabrück), je eine in Hessen (Frankfurt), Bremen und Berlin. In München tritt eine Verschärfung (Abweisung der roten Plakette) erst zum 1. Oktober 2010 in Kraft. Allein im Gebiet des Luftreinhalteplans Ruhrgebiet fahren laut Umweltministerium rund 1,5 Millionen Autos. Darunter sind 60 000 Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß, die keine Plakette bekommen können.