Energiepreise

Pellets in Polen kaufen: Worauf Verbraucher achten sollten

| Lesedauer: 6 Minuten
Gasknappheit: Der Holzofen als Alternative?

Gasknappheit: Der Holzofen als Alternative?

Das Holz ist knapp: Besonders da jetzt viele ihre eigenen vier Wände mit einem Holzofen im Winter warm halten wollen. Was die Alternative taugt und wie gefährlich sie ist, zeigt das Video.

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Im Ausland sind Pellets zum Teil deutlich günstiger zu bekommen. Doch wer in Ländern wie Polen bestellt, sollte ein paar wichtige Dinge beachten.

Berlin. 
  • Die Preise für Holzpellets sind angesichts der hohen Nachfrage deutlich angestiegen
  • Viele Menschen kommen deshalb auf die Idee, die Pellets in Polen zu kaufen
  • Doch ist es ratsam? Wie sind die Erfahrungen? Auf was sollte man achten?

Lebensmittel, Kraftstoffe, Energie – nahezu alle Alltags-Produkte haben sich im Zuge der Kämpfe in der Ukraine verteuert. Und gerade jetzt zum Herbstbeginn rückt das Thema Heizen immer stärker in den Fokus – einerseits im privaten Bereich, aber auch in der Wirtschaft.

Um gerade die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Energie- und Preiskrise zu entlasten, hat die Ampel-Koalition mehrere Maßnahmen auf den Weg gebracht – unter anderem eine 300 Euro Energiepauschale sowie einen Heizkostenzuschuss für Wohngeld-berechtigte Bürger bundesweit. Doch eines haben fast alle der neuen Entlastungsmaßnahmen gemein: Es sind Einmal-Leistungen, die pro Haushalt oder Person bloß gewährt werden. Im Hinblick auf die Energiekrise sind sie für viele Verbraucher deshalb ein Tropfen auf den heißen Stein.

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Pellets: Produzenten aus Osteuropa locken mit günstigen Preisen

Wer in Herbst und Winter bei den Heizkosten sparen will, sucht daher mitunter längerfristige Lösungen. Für all jene, die mit Pellets heizen, kann sich der Blick ins Ausland lohnen. Im Internet bieten gleich mehrere Hersteller Pellets zu deutlich günstigeren Preisen an – primär aus Polen.

"Holzpellets aus Polen, Tschechien günstig online kaufen – Preis ab 200 Euro pro Tonne" wirbt etwa der Online-Verkäufer "brennholz-polen.de" auf seiner Website. Kein Vergleich zum Pellet-Preis pro Tonne in Deutschland, der seit Wochen nur die Richtung nach oben kennt und seit September über der Marke von 700 Euro liegt, wie das "Deutsche Pelletinstitut" (DEPI) berichtet. Doch wie seriös sind solche Angebote? Und worauf sollten Verbraucher achten, wenn sie sich für eine Bestellung im Ausland entscheiden?

Datum Pelletpreis pro Tonne
26. September 742,40 EUR
August '22 795,63 EUR
März '22 342,95 EUR
vor 1 Jahr 212,22 EUR

Quelle: HeizPellets24.de

Pellets aus Polen und Co. kaufen: Was Verbraucher in Deutschland beachten sollten

Soviel vorweg: Günstige Pellets aus osteuropäischen Ländern wie Polen müssen nicht automatisch von schlechterer Qualität sein. Verbraucher sollten "jedoch nur bei einem ENplus-zertifizierten Händler" bestellen, erklärt Emil Sopper – Leiter Geschäftseinheit Holzpellets bei der BayWa AG – gegenüber dem Nachrichtenportal "t-online" Anfang September. Das Zertifikat ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal und ist vergleichbar mit bekannten Zertifikaten wie vom TÜV. EN plus und DIN plus heißen die beiden Zertifikate, die Käufer von Pellets ein Begriff sein sollten.

Die EN plus stellt Anforderungen an die Pellet-Produzenten – konkret an Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Logistik, Zwischenlagerung und an die Auslieferung zum Verbraucher. Berichten des Verbraucherportals "heizungsfinder.de" zufolge wird EU-weit zwischen drei Pellet-Klassen unterschieden. Die Unterschiede zwischen diesen einzelnen Klassen zeigen sich etwa in Durchmesser und Wassergehalt. Für die Verbraucher ist es wichtig zu wissen, wie die drei Klassen heißen und wie sie gekennzeichnet werden:

  • EN plus-A1
  • EN plus-A2
  • EN-B

Pellets im EU-Ausland einkaufen: Versandzeit und Lieferkosten müssen bedacht werden

EN plus-A1 ist das höchste Gütesiegel für Pellets, welches auch Branchen-Experte Sopper im Gespräch mit "t-online" nennt. "Ich empfehle Verbrauchern zudem, sich online auf den Internetseiten der einzelnen Händler zu informieren. Dort kann man schon sehr gut herauslesen, wie zuverlässig und seriös ein Anbieter ist." Neben der Qualität der Ware sollten Verbraucher zudem Lieferzeit und Kosten im Blick haben. Zwar sind Holzpellets aus Polen und Co. oft deutlich günstiger im Einkaufspreis, die Versandkosten sind hier aber noch nicht inbegriffen.

Hinzu kommt, dass Bestellungen im Ausland oft mit längeren Lieferzeiten verbunden sind – gerade jetzt, wo Pellets EU-weit sehr gefragt sind. In Deutschland ist der "Handel weitgehend leergeräumt", sagte ein Brancheninsider Ende August der "Südwest-Presse" (swp). Der Hauptgrund hierfür sei die gestiegene Nachfrage infolge der Energiekrise. Und das knappe Angebot und die hohe Nachfrage begünstigen wiederum die gewaltigen Preissprünge, wie die Tabelle vor Augen führt. Im September 2021 hatte die Tonne Pellets noch rund 530 Euro weniger gekostet als jetzt.

Pellet-Bestellungen aus Polen und Co.: Drei wichtige Punkte, die es dabei zu beachten gilt

Verstärkt wird der Trend zum Pellet-Heizen zudem von der Energiewende, da Holz ein erneuerbarer Energieträger ist. Bedenken sollte man jedoch, dass gerade ältere Öfen oft schädlichen Ruß und Feinstaub verursachen, was sie nicht gerade klimafreundlich macht. In Stuttgart etwa wurde in der Vergangenheit ein Feinstaub-Alarm eingeführt und der Betrieb von Öfen in dieser Zeit untersagt. Zwei wichtige Punkte, die es beim Heizen mit Holz oder eben Pellets grundsätzlich zu beachten gibt.

Im Hinblick auf Pellet-Bestellungen im Ausland sind es die drei Punkte Qualität, Versandkosten und Lieferzeit, die man beachten muss. Von Vorteil ist, wenn man in der Nähe der Grenze wohnt und die Ware selbst abholen kann. Ist das nicht der Fall, sollte man sich vorab gut informieren. Auch wichtig: Schrift- und E-Mail-Verkehr mit dem ausländischen Produzenten aufbewahren, damit man in Fall der Fälle etwas in der Hand hat. Der Hintergrund ist, dass bei Käufen im Ausland andere Regeln gelten als bei inländischen Bestellungen.

Der Artikel "Pellets in Polen kaufen: Worauf Verbraucher achten sollten" erschien zuerst auf morgenpost.de.

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