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Die Weihnachtsfeier: Alles, was Sie beachten sollten

Weihnachtsfeier-Knigge: Fünf wichtige Benimm-Regeln

Weihnachtsfeier-Knigge: Fünf wichtige Benimm-Regeln

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Für viele ist es der Höhepunkt des Jahres: Die Weihnachtsfeier. Doch Vorsicht: Wer sich nicht benimmt, tritt schnell ins Fettnäpfchen.

Berlin. Alle Jahr wieder – laden Firmen ihre Mitarbeiter zur Weihnachtsfeier ein, um das mehr oder weniger erfolgreiche Jahr gebührend zu verabschieden. Doch was als besinnliches Zusammensein gedacht ist, wird schnell zum Fettnäpfchen-Wetthüpfen – und nicht selten enden lustige Feten vor dem Arbeitsgericht.

Tipps für Weihnachtspartys, bei denen die Konsequenzen nicht über den üblen Kater am nächsten Morgen hinausgehen.

1. Wer keine Lust auf die Weihnachtsfeier hat, kann theoretisch zu Hause bleiben

Keiner kann rechtlich verpflichtet werden, an der betrieblichen Weihnachtsfeier teilzunehmen. Fürs Kommen steht den Mitarbeitern aber auch kein Gehalt zu. „Wenn die Feier während der Arbeitszeit stattfindet und man sich entschließt, nicht teilzunehmen, muss man in dieser Zeit der normalen Arbeit nachgehen“, sagt Arbeitsrechtsexperte Jannis Kamann.

Allerdings gilt es gemeinhin als respektlos, ohne triftigen Grund nicht zu erscheinen. Sich einmal im Jahr zu überwinden, Zeit mit den Kollegen zu verbringen, könne normalerweise nicht schaden, meint Benimm-Expertin Gerlind Hartwig.

2. Nicht alle dürfen teilnehmen

Zunächst müssen grundsätzlich alle Kollegen eingeladen werden. Entweder die gesamte Abteilung oder die gesamte Firma. „Einzelne Mitarbeiter grundlos auszuschließen, ist Mobbing und kann arbeitsrechtliche Folgen haben“, sagt Jurist Kamann.

Vorsicht sei bei Unternehmen geboten, die mit selbstständigen Dienstleistern zusammenarbeiten. Die Deutsche Rentenversicherung kann die Einladung zur betrieblichen Weihnachtsfeier als Indiz für eine bestehende Scheinselbstständigkeit ansehen. Freie Mitarbeiter müssen in der Regel also draußen bleiben.

3. Das richtige Outfit wählen

Ob Smoking oder Jeans angemessen sind, hängt ganz von der Location und dem Rahmen der Feier ab. Wer zu sehr gestylt ist, tanzt genauso aus der Reihe wie der Typ mit dem bunten Weihnachtspulli, wenn alle anderen Hemd oder Kleid tragen.

Von besonders kurzen Röcken oder sehr tiefen Ausschnitten rate ich ab“, sagt Knigge-Trainerin Hartwig, die ordentliche Kleidung grundsätzlich für wichtig hält. Keiner sollte sich als Weihnachtsbaum verkleiden und versuchen, die Blicke allzu sehr auf sich zu lenken. Im Blaumann direkt aus der Werkstatt zur Feier zu kommen, wirke jedoch ebenfalls wenig professionell.

4. Den Chef duzen?

Weihnachtspartys sind dafür da, dass sich das Kollegium besser kennenlernt. Knigge-Trainerin Gerlind Hartwig sagt: „Weihnachtsfeiern sind auch zum Netzwerken gedacht.“ Häufig entstehen an solchen Abenden nette Kontakte, und auch das „Du“ wird zu diesem Anlass gerne angeboten. „Wenn der Ranghöhere das Du vorschlägt und alle einverstanden sind, sollte es am nächsten Tag aber auch dabei bleiben“, sagt Hartwig.

Netzwerken – das ist übrigens ausdrücklich nicht gleichbedeutend mit zügellosem Rumknutschen auf der Tanzfläche. Das sei hier besonders betont, denn Anbahnungen auf der Weihnachtsfeier sind nicht selten: Für viele Arbeitnehmer stellt dieses Fest nicht nur das berufliche, sondern auch das amouröse Highlight des Jahres dar. Warum Partner gerade an Weihnachten betrügen.

Laut einer Studie der Online-Partnervermittlung Elite-Partner kommt etwa jeder Achte einem Kollegen auf der Weihnachtsfeier näher. Solche Aktionen können am nächsten Arbeitstag äußerst unangenehm werden. Über Privates zu sprechen, ist jedoch kein Problem, andere Themen sind hingegen tabu: „Gehalts- oder Beförderungsgespräche haben auf der Weihnachtsfeier nichts zu suchen“, sagt Hartwig.

5. Niemals die Kontrolle verlieren

„Das Maß der eigenen Verträglichkeit sollte nicht überschritten werden“, sagt Experte Kamann. Ein absolutes gesetzliches Alkoholverbot im Betrieb existiere zwar nicht, falsches Benehmen könne jedoch zu Abmahnungen oder fristlosen Kündigungen führen, da die betriebliche Weihnachtsfeier stets einen Bezug zum Arbeitsplatz hat.

Betrunken die Chefin beleidigen oder den Kollegen belästigen, ist also in keinem Fall in Ordnung, und auch 1,8 Promille reichen als Entschuldigungsgrund nicht aus. Wer merkt, dass es peinlich wird, sollte schleunigst den Heimweg antreten.

6. Präsente und Steuerfallen

Auch bei Firmenweihnachtsfeiern dürfen Präsente verteilt werden. „Es sollte jedoch bei Kleinigkeiten bleiben“, sagt Jurist Kamann. Andernfalls müssten die Geschenke versteuert werden. Wer der betrieblichen Sause lieber fernbleibt, darf sich hinterher übrigens nicht beschweren, wenn er keine Geschenke bekommt.

Das hat das Arbeitsgericht Köln 2013 klargestellt. In dem Fall hatte ein Mitarbeiter geklagt, weil seine Firma auf der Weihnachtsfeier iPads verteilt hatte und er aufgrund seines Fehlens keines erhielt. Das Gericht entschied, der Arbeitgeber habe mit seiner Überraschung ein freiwilliges Engagement außerhalb der Arbeitszeit belohnen wollen. Deshalb handele es sich um eine Zuwendung eigener Art, die nicht mit einer Vergütung für geleistete Arbeit zu vergleichen sei.