Lebensmittel

Studien: Bio-Milch ist gesünder als konventionelle

Ein Hausschwein und Rind stehen vor dem Bio-Prüfsiegel (Symbolbild): Die Produkte sind häufig gesünder als ihre konventionelle Konkurrenz.

Ein Hausschwein und Rind stehen vor dem Bio-Prüfsiegel (Symbolbild): Die Produkte sind häufig gesünder als ihre konventionelle Konkurrenz.

Foto: Ralph Peters / imago stock&people

Biomilch und -fleisch ist nicht nur ökologisch sinnvoll: Neue Studien zeigen, dass sie mehr wichtige Näherstoffe liefern als gedacht.

Newcastle.  Biomilch und -fleisch enthalten rund 50 Prozent mehr wichtige Omega-3-Fettsäuren und andere essenzielle Nährstoffe als konventionelle Produkte. Das zeigt die Studie eines internationalen Forscherteams, das seine Ergebnisse im „British Journal of Nutrition“ veröffentlicht hat.

Die Forscher werteten 167 Studien zu Milch und 67 Untersuchungen über Fleisch aus. Demnach könne ein Wechsel zu ökologisch erzeugten Lebensmitteln die Aufnahme der gesunden mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren oder auch der sogenannten konjugierten Linolsäuren, die unter anderem die negativen Cholesterinwerte senken sollen, deutlich erhöhen. „Omega-3s werden mit der Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem verbesserten Immunsystem in Verbindung gebracht“, sagte Mitautor Chris Seal von der Universität Newcastle in Großbritannien.

Nach Angaben der europäischen Lebensmittelbehörde Efsa sollten Westeuropäer ihre Aufnahme der gesunden Fettsäuren – die bislang deutlich zu niedrig sei – verdoppeln. Bei Milch und Fleisch zu Bioprodukten zu greifen, könne dabei helfen, erklären die Autoren. So enthalte etwa ein halber Liter Biovollmilch rund 16 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Omega-3, während konventionell erzeugte Milch nur etwa elf Prozent liefere.

Tierhaltung hat Einfluss auf Fettsäuregehalt der Milch

Beim Jodgehalt sei das Verhältnis hingegen andersherum, so die Wissenschaftler. Konventionelle Erzeugnisse enthalten demnach 74 Prozent mehr von dem Spurenelement als Biomilch und -fleisch. Das liege an jodiertem Viehfutter, das in der konventionellen Tierhaltung häufig eingesetzt wird. Etwa für die Briten sei der hohe Jodgehalt von Milch wichtig, weil dort, anders als in vielen europäischen Ländern wie auch Deutschland, jodiertes Salz nicht verbreitet ist. In anderen Ländern könne ein hoher Jodgehalt in Milch und Fleisch hingegen auch zu einer Überdosis führen, so die Forscher – die optimale Dosis zu finden sei schwer.

Für das im Vergleich zu konventionellen Produkten vorteilhaftere Fettprofil von Biomilch und -fleisch fanden die Wissenschaftler ebenfalls eine Erklärung. Es hänge eng mit den bei ökologischer Landwirtschaft vorgeschriebenen Regeln zusammen – die Kühe grasen im Freien und bekommen kein zusätzliches Kraftfutter. „Menschen wählen Biomilch und -fleisch hauptsächlich aus drei Gründen: Tierwohl, positive Auswirkungen von ökologischer Landwirtschaft auf die Umwelt und wahrgenommene gesundheitliche Vorteile“, erklärt Studienleiter Professor Carlo Leifert von der Universität Newcastle. Doch über die ernährungsphysiologische Qualität von Bioprodukten gebe es bisher kaum gesicherte Erkenntnisse. Das habe die Studie nun geändert.