Chef darf Mitarbeitern Nippes auf dem Schreibtisch verbieten

Ein Foto von der eigenen Hochzeit oder den Kindern steht neben dem Computer. Der Arbeitgeber kann es seinen Angestellten jedoch untersagen, auf dem Schreibtisch persönliche Gegenstände wie Fotos oder Nippes aufzustellen. „Das ist eine Frage der Ordnung des Betriebes, über die der Arbeitgeber entscheidet", sagt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin.

Selbst wenn persönliche Gegenstände am Arbeitsplatz jahrelang von den Vorgesetzten toleriert wurden, könne der Chef seine Meinung ändern und die Gegenstände verbieten. Gibt es einen Betriebsrat im Unternehmen, muss dieser zustimmen. Über den Betriebsrat können Mitarbeiter sich auch gegen eine entsprechende Anweisung zur Wehr setzen.

Können sich der Arbeitgeber und der Betriebsrat über die Frage nicht einigen, kann der Betriebsrat die Einigungsstelle anrufen. Die Einigungsstelle ist ein innerbetriebliches Schlichtungsgremium mit einem neutralen Vorsitzenden von außerhalb des Unternehmens.

Kommt es dabei jedoch zu keiner Einigung, trifft das Schlichtungsgremium eine verbindliche Entscheidung. In einem solchen Konfliktfall könne es deshalb durchaus sein, dass das Familienfoto über Umwege doch auf dem Schreibtisch bleibt, erklärt Fachanwalt Meier.