"Die Welt mit offenen Augen sehen"

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Heiko Hamann

Kaufleute in Verlagen analysieren und setzen Medienkonzepte um.

Die kaufmännische Ausbildung in einem Verlagshaus steht bei vielen jungen Menschen auf der Wunschliste ganz oben - besonders in Hamburg mit seinen Medienunternehmen wie den Verlagen Axel Springer, Gruner + Jahr und Heinrich Bauer. Dazu kommen noch mehrere Buchverlage. Sie alle bilden jedes Jahr weit über 700 Azubis aus. Allein in der Axel Springer AG in Hamburg absolvieren zur Zeit 105 angehende Kaufleute ihre Ausbildung, am 1. September kommen 35 hinzu.

Die Ausbildung umfasst viele Tätigkeitsfelder. "Verlagskaufleute im Unternehmen Axel Springer analysieren die Medienmärkte. Aus den erworbenen Erkenntnissen entwickeln sie Marketingkonzepte und setzen diese um", sagt Thomas Wendt. Er absolvierte selbst in dem Verlag eine Lehre, jetzt ist er bei Axel Springer Personalleiter. "Außer einer guten Allgemeinbildung und guten Schulnoten legen wir großen Wert darauf, dass die Auszubildenden mit offenen Augen durch die Welt gehen", so Wendt. Verlagskaufleute müssten Beratungs- und Verkaufgespräche mit Werbeagenturen, Anzeigen- und Vertriebskunden führen. Außerdem beraten sie Kunden bei Gestaltung, Platzierung und den Konditionen von Anzeigen und Sonderinsertionsformen. Sie kalkulieren Produktions- und Vertriebskosten, disponieren die Auflagen und die Umfänge von Zeitungen und Zeitschriften. Zudem begleiten sie Gestaltungs- und Herstellungsprozesse von Zeitungen und Zeitschriften. Diese Aufgaben sind bei der Umsetzung von Printprodukten auf elektronische Medien in den Verlagen erforderlich.

Die Qualifikation eines Bewerbers lässt sich aber über Schulnoten nur unzureichend erfassen. "Häufig ist die Persönlichkeit eines Bewerbers aussagekräftiger als die schulische Leistung", sagt Stefanie Sohr, Ausbildungsleiterin in der Verlagsgruppe Milchstraße. Das Unternehmen gibt unter anderem die Magazine "TV Spielfilm" und "Max" heraus. Ein Fachabitur sei schon Voraussetzung, "aber auch Quereinsteiger haben eine Chance", sagt Sohr.

Auch die Medien bekamen die Konjunkturkrise zu spüren. 2001 registrierte das Bundesamt für Statistik 958 angehende Verlagskaufleute. 2002 waren es nur noch 776 Azubis. Bei der Verlagsgruppe Milchstraße und der Axel Springer AG werden dennoch genau so viele Azubis eingestellt wie in den Jahren zuvor.

Um einen Ausbildungsplatz zu erhalten, rät Wendt zu intensiver Vorbereitung. "Bewerber sollten gute Sprach- und Rechenkenntnisse sowie kaufmännisches Interesse an wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhängen mitbringen. Besonderen Wert legen wir auf eine ausgeprägte Verkaufs- und Kundenorientierung sowie Mobilität nach der Ausbildung."

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